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Dormagen
Die Ausdauer-Experten
Dormagen: Die Ausdauer-Experten
Strampeln für die Diagnose: Bei Andreas Heinen (l.) können Freizeit- und Profisportler schnell und präzise in Erfahrung bringen, wie fit sie sind – und wie sie für mehr Ausdauer oder weniger Gewicht richtig trainieren. Hier sitzt Mitarbeiterin Birgit Hoppe auf dem Ergometer. FOTO: H. Jazyk
Dormagen. Das Dormagener Unternehmen LD Systems GmbH testet und berät Sportler in Sachen Ausdauertraining. Die NGZ hat den innovativen Fitness-Scan der Sportwissenschaftler ausprobiert. Von Julia Rommelfanger

"Ein ambitionierter Läufer, der einen Marathon in dreieinhalb Stunden anvisiert, ist bei uns genauso richtig wie ein Profi-Radsportteam oder ein Diabetiker, der abnehmen möchte", sagt Diplom-Sportwissenschaftler Andreas Heinen, Pressesprecher der LD Systems GmbH. Bekannt ist das Unternehmen mit deutschlandweit sechs Franchise-Testcentern unter leistungsdiagnostik.de.

Der Name ist Programm: Mittels eines neuen Leistungstests, dem aeroscan, messen die Sportwissenschaftler im Industriegebiet St. Peter die Atemluft und bestimmen den Leistungszustand ihrer Klienten, die auf dieser Basis ihr Training individuell planen können. Wie das funktioniert, hat die NGZ im Selbsttest herausgefunden – will heißen: Sportschuhe anziehen, Pulsmesser umschnüren und rauf auf einen Hightech-Fahrradergometer. Zuerst erklärt Geschäftsführer Martin Kusch den "aeroman professional": Das handliche Gerät mit Einweg-Mundstück misst die Ein- und Ausatemluft. Anhand einer Software kann der Tester unter anderem feststellen, bei welcher Belastung der Körper optimal Fett zur Energiegewinnung nutzt – das klingt vielversprechend, denn Fett verbrennen, sprich abnehmen ist das Ziel vieler Kunden. Im Sattel geht's gemächlich los: 50 Watt Belastung, Puls bei knapp 100, reden ist kein Problem. Bei jeder Belastungsstufe atmet man zehn Sekunden lang in das Mundstück ein und aus. "60 Prozent unser Kunden sind Freizeitsportler", erzählt Kusch. "Wir betreuen aber auch Leistungssportler."

179 Euro kostet ein Test inklusive Vorgespräch und Beratung. "Der Vorteil gegenüber einem Laktattest: Wir können auf eine vollständige Ausbelastung verzichte. Das macht die Methode auch für Sportanfänger interessant", erklärt Heinen. "Zudem ist die Messung präziser und schneller." Mittlerweile zeigt das Display 100 Watt. "Jetzt verbrennt Ihr Körper das meiste Fett", informiert mich Kusch. Hört sich gut an, also weiter strampeln. Doch langsam wird es beschwerlich, der Anteil der Fettverbrennung sinkt. 125 Watt. Ich verbrenne anteilig immer mehr Kohlehydrate. 150 Watt. Mein Puls schnellt in die Höhe, bis 144, ich schwitze und atme lauter. Noch zehn Sekunden pusten, dann ist die Fettverbrennung bei Null angelangt – der Test ist nach zehn Minuten geschafft.

Das Ergebnis? "Optimal zur Fettverbrennung wäre langes Lauftraining mit niedriger Pulsfrequenz von etwa 100 Schlägen pro Minuten. Das Herz-Kreislauf-System wird bei höherer Pulsfrequenz, bis etwa 140, optimal trainiert", rät mir Kusch. "Was die meisten Freizeitsportler, die abnehmen wollen, falsch machen: Sie trainieren mit zu hohem Puls und zapfen damit ihre Fettreserven nicht genug an."

Quelle: NGZ
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