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Dormagen
Die Straße mit dem Vorfahrtsgeheimnis

Dormagen: Die Straße mit dem Vorfahrtsgeheimnis
Kristina Vitucci und viele Andere sind ratlos: Wer hat an der Einmündung des Parkplatzes an der Zufahrt zur Parkgarage des Dormacenters Vorfahrt? Eindeutig ist die Regelung nicht, wie aus Behördenreaktionen ersichtlich ist. FOTO: ANJA TINTER
Dormagen. Ein interessantes Verkehrsrätsel hat eine Anwohnerin an der Zufahrtsstraße zur Parkgarage des Dormacenters entdeckt. Dort gibt es eine Einmündung zu privaten Parkflächen. Wer Vorrang hat, ist offenbar sogar Behörden unklar. Von Stefan Schneider

Da hat Kristina Vitucci eine ganz schöne Diskussion in Gang gesetzt. Auf der öffentlichen Facebook-Seite "Meine Heimat Dormagen" warf die Anwohnerin der Straße "Unter den Hecken" eine interessante Verkehrsfrage auf. Seitdem wird ausgiebig debattiert, argumentiert, gemutmaßt und gerätselt. Über 30 Kommentare gingen zu dem Thema bereits ein.

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Konkret geht es um die Zufahrtsstraße zur Tiefgarage des Dormacenters. An dieser Straße gibt es eine Einmündung, die zu einer Vielzahl privater Parkplätze führt. Kristina Vitucci hat dort in den vergangenen Jahren immer wieder Unfälle erlebt, weil Verkehrsteilnehmern offenbar nicht klar ist, wer an dieser Stelle Vorfahrt hat. Durch ein Schild ist dies tatsächlich nicht geregelt, ergab gestern die Recherche unserer Zeitung vor Ort. Also rechts vor links?

Der erfahrene Fahrlehrer Dieter Roebers, der seit 36 Jahren in Dormagen tätig ist, wagt auf Bitten der NGZ eine Ferndiagnose. Wären die Parkplätze hinter der Einmündung durch eine Schranke abgetrennt, sei die Verkehrsordnung aufgehoben, argumentiert Roebers. Dies ist aber nicht der Fall. Und da es an der fraglichen Stelle auch keinen abgesenkten Bordstein gibt, sondern die Fahrwege eben ineinander übergehen, müsste die Regel rechts vor links gelten. Doch so eindeutig wird das von den Behörden offenbar nicht gesehen, wie Kristina Vitucci im Gespräch mit der NGZ deutlich macht. "Eine Bekannte von mir war dort in ihrem Wagen mit einem anderen Auto zusammengestoßen. Letztendlich wurde die Schuld vor Gericht geteilt", berichtet die Dormagenerin. Selbst die Polizei lege sich für den betreffenden Bereich nicht fest.

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Zur Unsicherheit trage auch bei, dass die Straße, die zur Dormacenter-Tiefgarage führt, kein Namensschild habe, deshalb womöglich gar nicht als richtige öffentliche Straße zu beurteilen sei, sagt Vitucci. Sie macht sich Sorgen, dass es zu weiteren Unfällen kommen könnte, zumal die Sicht an der Einmündung aufgrund von Büschen nicht optimal sei. "Außerdem sind in dieser Gegend in den vergangenen Jahren Häuser und somit Anwohner hinzugekommen, und dadurch ist auch der Verkehr auf diesem Stück stärker geworden", urteilt Vitucci. Sie würde es für vernünftig halten, wenn die Vorfahrt klar geregelt werden würde - mit einem Schild. Daraus freilich ergibt sich schon die nächste Frage: Wer wäre dafür zuständig, das Schild aufzustellen? Derjenige, in dessen Verantwortung die Zufahrt zur Dormacenter-Garage liegt oder der Eigentümer der privaten Parkflächen?

Das städtische Ordnungsamt will sich die Situation jetzt ansehen, kündigte Dormagens Stadtsprecher Harald Schlimgen gestern an. Zu welchem Ergebnis die Fachleute kommen, ist offen. Bis auf Weiteres sollten alle Verkehrsteilnehmer, die auf dem Abschnitt zwischen der Straße "Unter den Hecken" und der Einfahrt zur Dormacenter-Tiefgarage unterwegs sind, dem Rat folgen, den auch ein Nutzer auf der Internetseite "Meine Heimat Dormagen" gab: "Rücksicht nehmen und Toleranz zeigen."

Quelle: NGZ
 
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