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Dormagen
Die "Welt-Auswahl" des TSV Dormagen

Dormagen: Die "Welt-Auswahl" des TSV Dormagen
FOTO: Berns Lothar
Dormagen. Der TSV Bayer Dormagen trainiert seit Anfang Februar eine internationale Fußballmannschaft. Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Ghana, Somalia, Eritrea und auch Deutsche spielen unter der Leitung von Trainer Klaus Taise zusammen. Von Pauline Jenzelewski

Fußball ist ein Sport, der verbindet: Das war auch die Intention des TSV Bayer Dormagen bei der Gründung der "Welt-Auswahl". Rund 30 internationale Spieler kicken zwei Mal wöchentlich zusammen auf dem Sportplatz am Höhenberg und lernen sich durch den gemeinsamen Sport kennen.

Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak, Afghanistan, Ghana, Somalia, Eritrea und auch ein paar deutsche Spieler gehören zu der Mannschaft, die Trainer Klaus Taise Anfang Februar gemeinsam mit Theo Baikowski, Vorsitzender der Fußball-Abteilung, ins Leben rief. "Jeder, der Spaß am Fußball hat, ist hier willkommen", sagt Taise. Im Moment sind die Jugendlichen zwischen 13 Jahren und Anfang 20 noch nicht in verschiedene Altersklassen unterteilt und spielen alle zusammen. "Ab August werden sie ihrem Alter entsprechend in die anderen Mannschaften wechseln", sagt Taise.

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Den Kontakt zu den Jugendlichen stellt der Verein unter anderem über die städtische Jugendeinrichtung für unbegleitete minderjährige Ausländer (Juma) her. "Wir wollen die Jugendlichen auf das alltägliche Leben in Deutschland vorbereiten", sagt Juma-Mitarbeiter Philipp Müller. Dazu gehört auch das gemeinsame Sporttreiben. "Freizeit-Aktivitäten wie Fußball sind sehr wichtig, damit die Jungs auch mal loslassen können", sagt er. Man dürfe nicht vergessen, was sie auf dem Weg nach Deutschland durchgemacht haben.

Die jungen Fußballspieler scheinen das während des Trainings aber wenigstens für ein paar Stunden vergessen zu können. Sie alle haben auch schon in ihrer Heimat Fußball gespielt und wollen ihr Hobby hier weiter führen. "Es macht Spaß in der Mannschaft zu spielen", sagt Yasin Haiyounes. Der 16-jährige Syrer ist seit acht Monaten in Deutschland und besucht das Berufsbildungszentrum in Dormagen. "Wir verständigen uns teilweise mit Händen und Füßen auf dem Platz", sagt er. Gerade Yasin, einer der zwei Torwarte der Mannschaft, weiß, wie wichtig die Kommunikation während des Spiels ist. "Das klappt aber irgendwie", sagt er. Auch, wenn es nicht immer leicht ist. Abgesehen von der Verständigung auf dem Rasen ist die Kommunikation auch im Alltag teilweise ein Problem. "Es ist manchmal schwierig, neue Freunde zu finden", sagt Najib Rasuki. "Das liegt aber daran, dass ich die Sprache noch nicht richtig spreche." Mit 13 Jahren ist der Afghane einer der jüngsten Spieler in der Mannschaft. In Zukunft soll weiter an der Überwindung der Sprachbarriere gearbeitet werden. "Wenn die Spieler für die nächste Saison in die anderen Mannschaften mit deutschen Muttersprachlern aufgeteilt werden, werden sie die Sprache auch viel schneller lernen", sagt Klaus Taise. Einen Spielerpass und eine Spielberechtigung des DFB haben die Jugendlichen auch schon. Momentan arbeitet der Verein daran, den Flüchtlingen auch den Einstieg in andere Sportarten zu erleichtern. "Wir möchten alle sportlichen Interessen abdecken", sagt der Trainer.

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Quelle: NGZ
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