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Dormagen
Diskussion um strikte Lärmgrenzen verunsichert Vereine

Dormagen. Angebliche Verschärfung des Lärmschutzes sorgte für Aufregung. Dabei ging es um die Erhöhung der Zahl der Ortsfeste von zehn auf 18. Von Klaus D. Schumilas

Für Aufregung unter Karnevalisten und Schützen sorgte gestern eine vermeintliche Verschärfung des Lärmschutzes durch die Landesregierung. Entsprechende Meldungen, wonach in einem Erlass-Entwurf das Ministerium für bestimmte Veranstaltungen in ortsnahen Lagen oder in Ortskernen eine Obergrenze von 65 Dezibel vorgeschrieben werden sollen, sorgten vor allem in Sozialen Netzwerken für heiße Diskussionen. Doch eine solche Aussage gibt es nicht, wie SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Thiel erklärte: "Genau das Gegenteil ist der Fall: Auf Wunsch und ausgelöst durch Städte und Gemeinden soll es künftig mehr Möglichkeiten für Kommunen und das Brauchtum geben." Die einzig relevante Änderung im derzeitigen Entwurf des Erlasses ist nämlich, die Zahl der außergewöhnlichen Ortsfeste von zehn auf 18 zu erhöhen.

Für die Schützen und andere Veranstalter könnte eine stringente Regelung, von der zunächst die Rede war, das Aus bedeuten. "Dann könnten wir im Prinzip nur noch tagsüber feiern", sagte Rolf Starke, Vorsitzender des Bürger-Schützen-Vereins Dormagen. Zum Schützenfest werde die Bühne, auf der DJ und Kapellen aktiv sind, so ausgerichtet, dass sie möglichst wenig Schall in Richtung Wohnbebauung abgebe. Es gibt klare Richtwerte, zu welchen Uhrzeiten wie viel Dezibel erlaubt sind. Das gilt auch für Veranstaltungen. Alles klar im Immissionsschutzgesetz des Landes geregelt. So liegt der Grenzwert zwischen 20 und 22 Uhr bei 70 Dezibel, eine kurzzeitige Überschreitung um maximal 20 Dezibel ist erlaubt. Zwischen 22 und 1 Uhr reduziert sich der Grenzwert auf 55 Dezibel. Die Veranstalter werden auf diese Regelungen hingewiesen, sagt Fredo Schröder, Leiter des Ordnungsamtes. Beim Rheinischen Schützentag 2011 in Dormagen hatte Rolf Starke Experten den Lärm hundert Meter vom Festzelt entfernt messen lassen: "Die Belästigung war dort nicht mehr schlimm." Der Schützen-Chef ist froh, ein gutes Auskommen mit den Nachbarn zu haben. "Das sind nette Anwohner, die Verständnis haben." Das Zusammenspiel zwischen Veranstaltern und Stadt läuft auch gut, betont Starke. Fredo Schröder sagt: "Wir gehen kundenfreundlich mit den Vereinen um."

Quelle: NGZ
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