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Kreuzung in Dormagen
23 Verletzte und niemanden kümmert's

Dormagen. Immer wieder kracht es auf der Kreuzung der beiden Landstraßen 280 und 380. Erst 2019 soll es einen großen Umbau des Bereichs geben. Von Klaus D. Schumilas

Die gute Nachricht vorweg: Es gibt keinen Toten. Noch nicht. Aber bei den bislang sieben Zusammenstößen im Kreuzungsbereich von Franz-Gerstner-Straße und Provinzialstraße wurden seit 2016 23 Menschen verletzt. Zuletzt erst am vergangenen Wochenende. Die Gesamthöhe der Sachschäden lässt sich kaum schätzen. Fakt ist: Diese Kreuzung ist brandgefährlich.

Das weiß die Polizei und führt sie in ihrem Jahresbericht unter den unfallträchtigsten Bereichen im Rhein-Kreis Neuss. Das weiß auch der Landesbetrieb Straßen.NRW, der für den Bereich der beiden Landstraßen 280 und 380 zuständig ist. So könnte man fast beruhigt sein, weil die Planungspolitiker im Regionalrat der Bezirksregierung Düsseldorf, einem Gremium, in das die Kommunen Vertreter der Parteien entsenden, die Kreuzung auf Platz sechs der Prioritätenliste gesetzt haben. Pech nur, dass die Umsetzung frühestens ab 2019 geschehen wird. Wie viele Unfälle wird es bis dahin noch geben? Bleibt es "nur" bei Verletzten? Es ist ein schlimmes Szenario, das man sich nicht wünschen mag: Muss erst ein Mensch dort sein Leben lassen, ehe der Kreuzungsbereich endlich entschärft wird?

Woran liegt es? Bei den bisherigen Unfällen krachte es, wenn Autofahrer auf der Franz-Gerstner-Straße nach links Richtung Delhoven abbiegen wollten und dabei den entgegenkommenden Verkehr missachten. Diese Fahrzeuge tauchen aufgrund der tieferen Lage der Straße offenbar zu unerwartet (und mit zu hohem Tempo?) auf. NGZ-Leser weisen auf den grünen Pfeil hin, der für die Linksabbieger erst nach einigen Sekunden "grün" zeigt.

23 Verletzte, und es stellt sich das Gefühl ein, dass das niemanden so richtig interessiert. Der Landesbetrieb verweist auf den Umbau in eindreiviertel Jahren, der Regionalrat auf die Top-Position, SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Thiel will bei den Planungskollegen im Regionalrat "mal nachhören" und bei der Stadt, die für die Ampelsteuerung zuständig ist, soll "hausintern" diskutiert werden, ob eine Überprüfung Sinn mache. Dann käme möglicherweise ein Fachbüro ins Spiel, das Geld koste.

Zu viel Geld für die Sicherheit? Im vergangenen Oktober wandte sich CDU-Ratsfrau Tina Kühn an Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und schlug vor, mit zusätzlichen Schildern vor der "Unfall-Kreuzung" zu warnen. Sie erfuhr von dort, dass zur Entschärfung "alle Maßnahmen, sowohl baulicher als auch technischer Art" umgesetzt" wurden. Kühn wurde mitgeteilt, dass eine zusätzliche Beschilderung "nicht geeignet erscheint, das bewusste Fehlverhalten weniger Verkehrsteilnehmer zu unterbinden". Das werden die 23 Verletzten wohl anders beurteilen.

Quelle: NGZ
 
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