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Dormagen
Dormagen braucht mehr Wohnungen

Dormagen: Dormagen braucht mehr Wohnungen
FOTO: Tinter; Anja (ati)
Dormagen. Der Immobilienmarkt boomt. In Köln und Düsseldorf gibt es kaum noch bezahlbares Eigentum. Die Anfragen aus den beiden Metropolen können kaum bedient werden, weil es in der Stadt zu wenig Wohnbauflächen gibt. Von Klaus D. Schumilas

Die Stadt stemmt sich gegen den allgemeinen Trend und wächst. Für den Rhein-Kreis Neuss sagen die Statistik-Experten von IT.NRW ein Bevölkerungsplus von 5,7 Prozent bis 2040 voraus. Für die einzelnen Städte und Gemeinden bedeutet dies positive Entwicklungszahlen, die vor allem für den Wohnungsmarkt von zentraler Bedeutung sind. Schon heute wird eine starke Nachfrage aus den Boom-Metropolen Köln und Düsseldorf registriert. Vor allem aus der Landeshauptstadt, wie der Dormagener Immobilien-Experte Alfred Laufenberg feststellt: "Die Nachfrage steigt sprunghaft, aber leider gibt es in Dormagen ein zu knappes Angebot."

Daran soll sich im Rahmen der Aufstellung des Regionalplans nachdem Willen der Bezirksregierung nicht viel ändern. Dreizehn Hektar wird Dormagen danach zugestanden. "Damit kommen wir nicht aus", sagt CDU-Fraktionsvorsitzender André Heryschek. "Wir möchten auch die kleinen Ortsteile wie Gohr oder Straberg weiterentwickeln. Trotz Nievenheim IV brauchen wir mehr Flächen", fordert er. Dort sollen ab kommendem Jahr 110 Wohneinheiten entstehen. Das (vorerst) letzte große, zusammenhängende Baugebiet.

Dabei ist das Potenzial offenbar ungleich größer. Der in Dormagen und Langenfeld ansässige Immobilienexperte Laufenberg hat einer internen Statistik zu Folge in den vergangenen vier Wochen 5582 Zugriffe auf die Firmen-Homepage registriert. "2150, also 38 Prozent, der Zugriffe kamen aus Düsseldorf", so Laufenberg. Weitere 896 aus Köln und "nur" 348 aus Dormagen." Es sind vielfach junge Familien aus Düsseldorf oder junge Leute, die eine Familien gründen wollen, die gezielt nach Wohnraum in Dormagen fragen. "Es gibt aber auch viele Nachfragen nach Häusern im oberen Preissegment, freistehende Häuser auf großzügig geschnittenen Grundstücken."

Also deutlich über 400 000 Euro bis zu 600 000 Euro. Preise, die bezahlt werden können. Der Markt in Düsseldorf kann diese Bedürfnisse nicht ausreichend befriedigend. "Eine gute Chance für Dormagen", sagt Laufenberg und denkt dabei auch an den Anteil an der Einkommensteuer, von der die Stadt profitieren kann.

Bei den Immobilienpreisen liegt der Preisanstieg zwischen fünf und sieben Prozent. Laut einer aktuellen Studie der LBS besteht die größte Dynamik bei neuen Eigentumswohnungen, wo die Angebotspreise um sechs Prozent wuchsen. "Bei den gebrauchten Eigenheimen sind die Preise in den vergangenen zwölf Monaten stabil geblieben", sagt Gebietsleiter Ralf Höppe. Laut der Marktuntersuchung kostet ein neues, freistehenden Eigenheim mit 120 Quadratmeter Wohnfläche inklusive Grundstück und Garage 300 000 Euro, gebraucht ist es für 60 000 Euro günstiger zu haben.

Mit Blick auf den demografischen Wandel spricht sich die CDU dafür aus, den Wohnungsmarkt zielgruppenspezifisch zu entwickeln "und vor allem auch seniorengerechte Wohnungen im Blick zu haben", so Heryschek.

Das sieht auch Alfred Laufenberg so: "Neben der Innenverdichtung als gutem Konzept sind altersgerechte Wohnungen wichtig. Es gibt viele Senioren, die in großen Häusern leben, die gut vermittelbar wären. Aber diese Älteren wissen nicht, wo sie hin sollen. Passende Wohnungen und Heimplätze in den Ortsteilen und vor allem in der Stadtmitte würden den Wohnungsmarkt beleben."

Quelle: NGZ
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