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Dormagen
Dormagen, die bunte Graffiti-Stadt

Dormagen: Dormagen, die bunte Graffiti-Stadt
Dieses Bild des Leuchtturms Westerheversand bei Sankt Peter Ording sprühten zwei Neusser Künstler im Auftrag einer Dormagenerin auf eine Hauswand an der Römerstraße. FOTO: Stefan Schneider (2), Christoph Schade
Dormagen. An immer mehr Stellen im öffentlichen Raum entstehen legale Sprüh-Kunstwerke, die nicht nur wegen ihrer Farbigkeit Hingucker sind. Neben Künstlern und dem Kinder- und Jugendbüro sind Privatleute, Vereine, Unternehmen beteiligt. Von Stefan Schneider

Die Aktion findet nachts statt. Ob vom 16. auf den 17. September auch noch Nebel aufkommt, ist ungewiss. Doch selbst wenn: Eine "Nacht- und Nebelaktion" im klassischen Sinne, nämlich eine Handlung im Verborgenen, im Geheimen, wird sich an den drei Unterführungen im Bereich Holzweg zu diesem Zeitpunkt nicht abspielen. Vielmehr werden dort bei einem ungewöhnlichen Event im Scheinwerferlicht erneut Graffiti-Kunstwerke entstehen - in einer ganz legalen Aktion, die zum Graffiti-Projekt Dormagen gehört. Dahinter steht das städtische Kinder- und Jugendbüro um Klaus Güdelhöfer, und die sechs Meter hohen Wände der Unterführungen - zwei in Zuständigkeit der Stadt, eine in der des Landes Nordrhein-Westfalen - sind seit einigen Jahren fürs Bemalen freigegeben. Darüber, dass dort nichts Anstößiges oder sonst wie Bedenkliches gesprüht wird, wacht Güdelhöfer selbst. "Bislang musste ich erst einmal eingreifen und ein Hakenkreuz entfernen", berichtet er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Die "Hall of Fame" (Ruhmeshalle), wie die Graffiti-Künstler die bunt gestalteten Unterführungen nennen, verändert sich ständig. Für das aktuelle Treffen vom 16. auf den 17. September rechnet Güdelhöfer mit zehn bis zwölf Sprayern. Das Besondere dabei: "Graffiti-Künstler sind eigentlich eher Einzelkämpfer. Hier locken wir sie mal aus der Reserve und bringen sie zusammen", erklärt Güdelhöfer. Und nachts hätten einfach die meisten von ihnen Zeit, weil sie tagsüber in Schule, Ausbildung oder Beruf gebunden seien.

Graffiti gehören in Dormagen an immer mehr Stellen zum Stadtbild, sicher auch befördert durch Güdelhöfers Graffiti-Projekt. Denn darüber wird der Kontakt zwischen Privatleuten, Vereinen, Firmen und anderen Interessierten zu Sprühkünstlern hergestellt, die ihnen ihre Wände mit der Farbdose bunt gestalten. Eine Anwohnerin an der Römerstraße etwa ließ sich von zwei Kreativen aus Neuss den berühmten Leuchtturm Westerheversand bei Sankt Peter Ording auf die Wand bringen. "Wenn ich dieses schöne Bild im Vorbeifahren sehe, kriege ich gleich gute Laune", sagt Güdelhöfer schmunzelnd. In der Tat ist das großformatige Werk überaus gelungen.

Beim Besucherempfang des Dormagener Chemparks wirbt dieser Schriftzug für den Kunststoffspezialisten Covestro. FOTO: Stefan Schneider

Der FC Delhoven wiederum hat gerade über das Graffiti-Projekt Christoph Schade engagiert, "der schon so manche Ecke in unserer Stadt verschönert hat", wie Güdelhöfer erinnert. Schade bearbeitete eine ehemalige Werbebande am Aschenplatz des Fußball-Kreisligisten. In Kooperation mit dem Verein wählte er Motive, die zum Fußballsport passen und gerade für die Nachwuchskicker im Club interessant sind.

Und auch ein Weltunternehmen ist schon längst auf den Geschmack gekommen. Covestro, der im Chempark Dormagen beheimatete Spezialist für die Herstellung von Polymerwerkstoffen, ließ sich von Künstler Martin Heuwold den Firmenschriftzug im Graffiti-Stil gestalten. Das 30 Meter breite und 2,50 Meter hohe Werk ist seit Mai der Blickfang beim Besucherempfang an Tor 10 des Chemparks.

Dieses Gesicht findet sich auf einer Sportplatzbande beim FC Delhoven. FOTO: Klaus Güdelhöfer
Quelle: NGZ
 
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