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Interview Jürgen Becker
"Dormagen habe ich sehr positiv in Erinnerung"

Interview Jürgen Becker: "Dormagen habe ich sehr positiv in Erinnerung"
Jürgen Becker erklärt augenzwinkernd die Natur. FOTO: Simin Kianmehr
Dormagen. Er moderiert die Mitternachtsspitzen im Fernsehen, widmet sich mit Herrn Jünemann dem alltäglichen Wahnsinn im Radio und tourt mit seinen Kabarett-Programmen durch die Republik: Jürgen Becker macht am Samstag, 1. Oktober, um 20 Uhr Station mit "Volksbegehren" in der BvA-Aula Dormagen. 

Herr Becker, Sie sind schon mehrmals in Dormagen aufgetreten, was verbinden Sie mit der Stadt?

Jürgen Becker Ich kenne Dormagen sehr gut. Da ich in Köln-Widdersdorf aufgewachsen bin, war ich oft auch in Pulheim, Stommeln und eben auch in Dormagen. Außerdem hat ein Freund von mir eine Arztpraxis dort, den besuche ich schon mal. Dormagen ist zwar nicht die pittoreskeste Stadt, aber das macht nichts - wenn Städte zu schön sind, werden die Leute zu bequem... Dormagen habe ich sehr positiv in Erinnerung, nicht nur von Auftritten her, sondern auch über die Aktivitäten der Stadt in Sachen Kinderschutz.

Sie sagen immer: "Da woll'n mer uns mal 'nen schönen Abend machen!" Was für ein Abend erwartet die Zuschauer bei "Volksbegehren"?

Becker Das Begehren an sich ist stark in den Köpfen der Menschen verankert - laut Internet-Auswertung sind ein Drittel des Datenverkehrs pornografischen Inhalts - und das vor allem während der Arbeitszeit... Über die Produktivität lässt das ganz neue Schlüsse zu... Auch in der Natur ist Fortpflanzung das Thema Nummer 1 - und dem widme ich mich. Das reicht von der Blattlaus über den Menschen bis zu einer Evolutionstheorie.

Sie widmen sich in Ihren Programmen der Religion, der Kunst und nun der Natur - wie kommen Sie auf Ihre Themen?

Becker Das mit der Fortpflanzungs-Geschichte habe ich mir im Krankenhaus ausgedacht, als ich eine Wissenschaftssendung im Fernsehen gesehen habe. Und durch die Feind-Beute-Beziehung bin ich drauf gekommen, dass wir die Bakterien, die in uns stecken und uns auffressen wollen, durch Sex überlisten können: Wenn wir uns mischen, blicken die Bakterien nicht mehr durch. Auch gesellschaftlich ist Mischen gesünder als Abkapseln.

Wie halten Sie sich, auch für Ihre Kabarett-Auftritte, über Aktuelles auf dem Laufenden?

Becker Natürlich bringe ich in meinem Programm immer Aktuelles unter. Ich lese gern, bestimmt zwei bis drei Zeitungen am Tag, das macht Spaß. Sich eine Meinung zu bilden, ist sehr wichtig. Die Leute sehen die Lage immer sehr ernst, dabei steht Deutschland insgesamt gut da - da könnte man etwas mehr Gelassenheit erwarten.

Wie beurteilen Sie den Karneval?

Becker Auch den sehe ich gelassen (lacht). Es ist gut, dass es ihn gibt. Karneval ist auch eine Umkehrung der Gegebenheiten. In Köln ist er manchmal eine zu ernste Sache.

Worüber können Sie lachen?

Becker Wenn ich mit Leuten zusammen bin, genieße ich es zu lachen und auch mal albern zu sein. Wir haben ein Recht auf Albernheit. Lachen und Lust - beides passt zu lustig -, sind Reflexe. Und da darf es auch mal Schenkelklopfer geben... Humor ist auch wichtig bei Rendezvous und Herzensangelegenheiten. Ich finde, man muss Humor ernst und das Ernste mit Humor nehmen.

Für die Veranstaltung des städtischen Kulturbüros gibt es noch 90 Karten. Weitere Infos und Bestellungen unter 02133 257-338.

CARINA WERNIG FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: NGZ
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