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Dormagen
Dormagen plant die "Zukunftsstadt"

Dormagen: Dormagen plant die "Zukunftsstadt"
Um das Miteinander von Jung und Alt geht es auch bei der Projektteilnahme der Stadt Dormagen. FOTO: BMBF (2), S. Büntig (Archiv)
Dormagen. Mit dem Thema Demografie hat sich die Stadt erfolgreich um die Teilnahme an dem Projekt des Bundes beworben. Von Klaus D. Schumilas

Die Stadt ist eine von bundesweit 52 Kommunen, die für den Wettbewerb "Zukunftsstadt" ausgewählt wurden. Das gab Bundesforschungsministerin Johanna Wanka am gestrigen Mittwoch in Dresden bekannt. "Wir sind damit Bestandteil eines Zukunftslabors, das zeigen soll, wie Bürger und Forschung gemeinsam eine Stadt weiterentwickeln und lebenswert gestalten können. Das ist für uns eine Riesenchance", sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld. Unter 168 Kommunen bundesweit wurde Dormagen mit seiner Bewerbung von einer Expertenjury ausgewählt. Sie ist als einzige Stadt aus dem Rhein-Kreis dabei.

Ihre Bewerbung hat die Stadt Dormagen in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Trier abgegeben. Im Mittelpunkt steht die Einbeziehung von Bürgern und Forschungskräften bei der Bewältigung des demografischen Wandels. An der Fachhochschule wird das Projekt von Professor Peter Heck betreut - er war bis 1998 Umweltbeauftragter der Stadt Dormagen. "Dabei greifen wir auch den Beschluss des Rates auf, die einstmals von Bürgern in der Initiative Dormagen erarbeitete Vision 2030 für unsere Stadt fortzuschreiben", so der Bürgermeister. Das Leitbild der Stadtverwaltung Dormagen basiert auf der "Vision 2030". Dieses Zukunftsbild für die Stadt hatte die "Initiative Dormagen" ab 2005/06 in jahrelanger Arbeit zusammengetragen. Daraus wurden Ziele für die Stadt entwickelt, die auch dem Haushalt und den Produktbereichen vorangestellt werden. So auch das Leitbild für die Verwaltung, das bis heute Gültigkeit hat. Aber: Heute befindet sich die Stadt in der Haushaltssicherung und nimmt der demografische Wandelt deutlich Geschwindigkeit auf. Lierenfeld: "Es geht um Ideen, wie wir Menschen in unserer Stadt halten und neue Bürger dazugewinnen können."

Eine Problemstellung liest sich in der Dormagener Projektbewerbung: Lokale Analysen zeigen, dass ca. 60 Prozent aller Wohnungsinteressenten nicht aus Dormagen stammen. Bei der Käufergruppe sind es nur noch 30 Prozent. Was also suchen Interessierte "vergeblich" in Dormagen, warum entscheiden sie sich für einen anderen Standort? Ein Kernelement dieser Projektteilnahme ist die Einbindung der Bürger. Dazu ist unter anderem eine Passantenbefragung vorgesehen, ein Aktionstag mit Workshops und eine Zukunftswerkstatt.

In der ersten Wettbewerbsphase werden alle teilnehmenden Kommunen gemeinsam mit den Bürgern Zukunftsvisionen und erste Handlungsvorschläge erarbeiten. Dormagen erhält dafür Fördermittel in Höhe von 35 000 Euro. In der zweiten Phase ab 2016 prüfen von einer Jury bis zu 20 ausgewählte Kommunen diese Vorstellungen wissenschaftlich und erarbeiten ein umsetzungsreifes Konzept. In der dritten Phase ab 2018 werden schließlich bis zu acht ausgewählte Kommunen erste innovative Ideen in so genannten "Reallaboren" in die Praxis umsetzen.

Der Wettbewerb "Zukunftsstadt" startet im Rahmen des Wissenschaftsjahres "2015 - Zukunftsstadt". Dabei handelt es sich um eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD).

Quelle: NGZ
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