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Dormagen
Dormagen sammelt Deckel gegen Polio

Dormagen: Dormagen sammelt Deckel gegen Polio
Bärbel Breuervom städtischen Büro für bürgerschaftliches Engagement in der neuen Sammelstelle für Kunststoffdeckel im Bürgerhaus Hackenbroich. Für die optimale Verwertung sollten die Deckel nicht mehr als vier Zentimeter breit sein. Foto: LBER FOTO: Berns Lothar
Dormagen. Das Recycling von hochwertigen Kunststoffverschlüssen bringt Geld. Geld, das der gemeinnützige Verein "Deckel drauf" zur Bekämpfung der Kinderlähmung sammelt. Die Stadt unterstützt die Initiative. Dritte Sammelstelle ist eingerichtet. Von Stefan Schneider

In Dormagen wird zurzeit ein Projekt vorangetrieben, das maßgeblich zur Bekämpfung der grausamen Krankheit Kinderlähmung (Polio) beitragen kann. Es geht um eine Initiative des Rotary Clubs und des gemeinnützigen Vereins "Deckel drauf", die von SPD-Ratsmitglied Jochen Pälmer und vom städtischen Büro für bürgerschaftliches Engagement um dessen Leiterin Bärbel Breuer unterstützt wird. Die Idee: Es werden hochwertige Kunststoffdeckel gesammelt, für die auf dem Recyclingmarkt gutes Geld bezahlt wird. Der Erlös aus den Deckeln wird zur Finanzierung von Impfungen gegen die Kinderlähmung verwendet. Und gerade ist in Dormagen die dritte Sammelstelle im Stadtgebiet eingerichtet worden: Nach dem Jugendzentrum "Die Rübe" am Rübenweg 16 und der Niederlassung des Diakonischen Werkes an der Knechtstedener Straße 20 können Deckel auch ab sofort montags bis freitags während der Verwaltungsöffnungszeiten im Bürgerhaus Hackenbroich (Salm-Reifferscheidt-Allee 20) abgegeben werden.

"Wer es an diesen Terminen nicht schafft, kann eine Tüte mit den Deckeln aber auch abends oder am Wochenende vor die Tür stellen. Die Mitarbeiter nehmen sie dann mit zur Sammelbox", sagt Breuer. Dieser Service gelte testweise allerdings nur solange, wie die Deckel nicht vor dem Eingang verstreut werden.

Und welche Verschlüsse kommen in Frage? "Grundsätzlich können alle Kunststoffdeckel von Getränkeflaschen, Getränkekartons, Quetschverpackungen oder auch die gelben Kapseln von Überraschungseiern abgegeben werden", erklärt Breuer. Die Deckel sollten nicht mehr als vier Zentimeter breit sein. Diese einheitliche Begrenzung sei erforderlich, um das Zerkleinern in Mahlwerken zu erleichtern. Nicht gesammelt werden Korken, Kronkorken und Metallschraubverschlüsse.

Der Ursprung der Sammelaktionen geht auf das Jahr 2013 zurück. Seinerzeit stellte der Rotary Club aus der portugiesischen Kleinstadt Sintra seine Initiative zum Sammeln von Kunststoffdeckeln für den guten Zweck bei einer großen Rotarier-Veranstaltung in Lissabon vor. In diesem Fall ging es um Rollstühle für Bedürftige in Portugal. In Deutschland übernahm der Verein "Deckel drauf" das Grundkonzept, engagiert sich aber für den Kampf gegen die Kinderlähmung. Prominenteste Unterstützer sind übrigens Bill und Melinda Gates. Der reichste Mann der Welt und seine Frau haben versprochen, jeden gesammelten Betrag zugunsten des Projekts "End Polio Now" ("Kinderlähmung jetzt ausrotten") zu verdreifachen.

Ein einzelner Kunststoffverschluss wiegt durchschnittlich rund zwei Gramm. Bei 500 Deckeln mit einem Gesamtgewicht von einem Kilogramm reicht der Recyclingerlös aus, um damit die Kosten für eine Impfdosis gegen Polio zu decken. Eine zentrale Stelle, an der die Säcke mit den gesammelten Deckeln zusammengetragen werden, befinde sich in Grevenbroich-Hemmerden, informiert Bärbel Breuer: "Wenn dort acht Kubikmeter zusammengekommen sind, werden sie von Helfern des Vereins 'Deckel drauf' abgeholt."

Quelle: NGZ
 
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