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Kirmes-Schießbude aus Dormagen
"Goldener Schuss" geklaut - Besitzer ist "stinksauer"

Unbekannte stehlen Schießbude "Der goldene Schuss"
Unbekannte stehlen Schießbude "Der goldene Schuss" FOTO: Polizei
Dormagen. Unbekannte haben am Donnerstag in Dormagen eine komplette Schießbude gestohlen. Im Schaustellerwagen "Der goldene Schuss" befinden sich unter anderem 15 Luftgewehre. Die Polizei bittet um Hinweise. Von Stefan Schneider

Erst kam der Schock – und dann die Wut: "Stinksauer" sei er, schreibt der Eigentümer des Kirmesgeschäftes "Der goldene Schuss" in einem Beitrag für das soziale Netzwerk Facebook, den die Historische Gesellschaft Deutscher Schausteller geteilt hat. Denn: "Mein Schießwagen wurde am Donnerstag, 15. September, im Laufe des Tages an einem Parkplatz Nähe Dormagen gestohlen. Über Hinweise würde ich mich sehr freuen!" so der 33-jährige Essener, der Schausteller in der siebten Generation ist.

Er war mit dem Geschäft auf dem Schützenfest in Nettesheim-Butzheim gewesen und hatte den Anhänger am Donnerstag gegen 10 Uhr an der L 280 in Delhoven geparkt, "schräg gegenüber dem Rewe-Supermarkt", erzählte er im Telefonat mit unserer Redaktion. Als er gegen 22 Uhr zurückgekommen sei, um das Gefährt abzuholen, sei der elf Meter lange Anhänger verschwunden gewesen.

Die Schießbude fällt auf

Auch die Polizei berichtete über den außergewöhnlichen Diebstahl. In dem Gefährt hätten sich neben Spielautomaten und Spielzeugen etwa 15 Luftgewehre der Marken Diana (Modell 30) und Olymp befunden. Der Wert des gesamten Geschäftes ist beträchtlich. Die Ermittler beziffern ihn auf mehrere zehntausend Euro.

Tatsächlich ist der Schießwagen ein Schmuckstück, wie ein von der Polizei veröffentlichtes Foto belegt. Im oberen Teil ist er cremefarben lackiert, im unteren wechseln sich breite cremefarbene mit breiten roten Streifen ab. Ist der Wagen aufgebaut, trägt er die große beleuchtete Inschrift "Der goldene Schuss", darüber – ebenfalls beleuchtet – taucht der Name "Essen" auf. Zahlreiche Glühlämpchen sorgen bei Dunkelheit für einen stimmungsvollen Anblick. "Dazu hat das Geschäft ein weißes Dach, und im Frontbereich befinden sich zwei cremefarbene Tonnen", schreibt die Polizei.

Absicht der Täter unklar

Der Schießwagen ist Baujahr 1962. "Meine Großtante hatte ihn 1972 gekauft, ich habe ihn vor einigen Jahren von ihr übernommen", erzählte der 33-jährige Eigentümer. Das Geschäft sei sein Haupterwerb gewesen, daneben betreibe er einen "Hau-den-Lukas" und einen Stand zum Bällewerfen.

Über die Täter und die Absichten, die sie mit dem Diebstahl des auffälligen Anhängers verfolgen, könne nur spekuliert werden, sagte Polizeisprecherin Diane Drawe: "Wir wissen nicht, ob es die Täter auf den Wagen insgesamt abgesehen hatten oder vor allem an den Waffen oder an anderen Gegenständen interessiert waren, die sich darin befanden." Dass "Der goldene Schuss" von den Dieben auf Jahrmärkten oder Kirmessen in Deutschland eingesetzt oder im Inland zum Kauf angeboten wird, ist unwahrscheinlich. Denn das würde auffallen. "Wir Vorsitzenden aus den regionalen Schaustellerverbänden sind in ganz Deutschland vernetzt. Über solche Vorfälle wie jetzt in Dormagen informieren wir unsere Mitglieder sofort", berichtete Josef Kremer, Schausteller-Chef im Rhein-Kreis.

Hinweise zum Diebstahl des Kirmesgeschäftes "Der goldene Schuss" nimmt das Kommissariat 14 der Kreispolizei unter 02131 3000 entgegen.

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