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Dormagen
Dormagen soll nicht mehr Chemiestadt sein

Dormagen: Dormagen soll nicht mehr Chemiestadt sein
Dormagen wird oft auf sein Dasein als Chemiestandort reduziert. FOTO: RP
Dormagen. Die Unternehmensberatung ExperConsult spricht von Dormagen als "langweilige Industriestadt". Sie müsse weg von diesem Image, ihre Stärken besser herausarbeiten. Ein neues Profil sei notwendig. Von Klaus D. Schumilas

Wenn Bürgermeister Erik Lierenfeld beruflich in Deutschland unterwegs ist, werde Dormagen vielfach als Chemiestadt wahrgenommen und mit dem Bayer-Konzern in Verbindung gebracht. "Die Sportaffinen nennen dann noch den Handball", sagt er. Aber die Stadt muss weg von diesem (einseitigen) Image einer "langweiligen Industriestadt" - wie es ExperConsult formuliert. Die Unternehmensberatung aus Dortmund, die die Neustrukturierung der Wirtschaftsförderung maßgeblich begleitet, räumt dem Standortmarketing eine zentrale Rolle ein. "Unsere Vision ist", sagt Geschäftsführer Jörg Lennard, "dass Dormagen künftig als zukunftsfähiger Standort für Unternehmen und als attraktive Einkaufsstadt wahrgenommen wird."

Welches Schlagwort würde auf das gelbe Ortsschild passen? Römer- statt Chemiestadt? Oder Dormagen - die Sportstadt? Lierenfeld könnte sich mit "Herz des Rheinlands" anfreunden. Er sieht Dormagen als "grüne Stadt inmitten einer boomenden Region" und diese Stadt als "interessanten Logistikstandort" ebenso wie die mit einem hohen Erholungswert. Für Bernhard Schmitt, Fraktionsvorsitzenden der SPD, ist ein Schlagwort der Abschluss eines Prozesses, bei dem eine Marke in kleinen Schritten und wie bei einem Puzzle zusammengesetzt werden müsse. "Welches sind die Zielgruppen, wie werden sie erreicht?" fragt er. Jobst Wierich, Leiter Bürgerdialog im Chempark, befürwortet, den Chemiestandort als Wachstumstreiber mit den Freizeitbereichen zusammenzuführen. "Die Frage ist doch, wie bekomme ich alle positiven Facetten transportiert?" Dormagen ist längst keine Chemiestadt mehr, daher passe auch dieses Image nicht, meint CDU-Fraktionschef Kai Weber. "Eine neue Marke muss dem Image von Dormagen als lebenslustige Stadt gerecht werden. Wir sind etwas Besonderes zwischen Köln und Düsseldorf, und diese Botschaft muss die Unternehmen und die Menschen in der Region erreichen."

Nach Meinung von ExperConsult muss sich Dormagen "nach außen besser mit seinen Stärken präsentieren, um so auch überregional wahrgenommen zu werden. Die Innenstadt muss ihr mittelständisches Flair behalten und für sich nutzen, um sich von Köln und Düsseldorf abzugrenzen." Die Aufgabe ist anspruchsvoll, weil die Zielgruppen so unterschiedlich sind, die die Unternehmensberatung definiert: Unternehmen und Fachkräfte, Familien in der Region und die Bürger der Stadt. Die Botschaften für diese drei ausgemachten Gruppen sind ebenso unterschiedlich wie die Kommunikationsmittel, mit denen sie erreicht werden sollen. Eine knifflige Aufgabe für die Geschäftsführung der künftigen, neuen Wirtschaftsförderung. Den ersten Schritt zur Umsetzung gibt ExperConsul schon vor: "Entwicklung eines unverwechselbaren Standortprofils als Basis für die Marketingmaßnahmen."

Für Michaela Jonas ist wichtig, zunächst die positiven Vorstellungen herauszuarbeiten, die die Menschen mit Dormagen verbinden: "Was ist aus Dormagen bekannt?" fragt die Vorsitzende der Werbegemeinschaft CiDo. "Entscheidend ist die Zielgruppe: Für welche Menschen soll Dormagen interessant sein? Dort sollte das professionelle Stadtmarketing ansetzen."

Quelle: NGZ
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