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SPD in Dormagen
Stadt soll Verfahren für A57-Anschluss an sich ziehen

Dormagen. Die SPD hat in der jüngsten Ratssitzung möglicherweise für einen Wendepunkt beim Thema A57-Anschluss für Delrath gesorgt. Der Vorschlag: Statt dem Kreis, soll künftig die Stadt das Vorhaben vorantreiben. 

Vielleicht markiert die Ratssitzung in dieser Woche einen Wendepunkt im zähen Ringen um den Autobahnanschluss Delrath, dessen Verwirklichung noch nicht ansatzweise in Sichtweise ist. Auslöser ist Andreas Behncke. Der SPD-Stadtverordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende holte zunächst kräftig aus und unterstellte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke bei diesem Thema eine "gruselige Performance".

Die sieben "Hausaufgaben", die die Bezirksregierung in Form von Gutachten und Überarbeitungen von Unterlagen vom Rhein-Kreis seit einiger Zeit einfordert, "sind nicht zu hundert Prozent erledigt". Es habe "blaue Briefe" an den Landrat gegeben, die Stadt haben "Nachhilfe" angeboten, die nicht angenommen worden sei. Behnckes Schlussfolgerung mündete in einem Appell an Bürgermeister Erik Lierenfeld: "Die Stadt soll die Rolle des Vorhabenträgers, die beim Rhein-Kreis liegt, übernehmen, um so das Verfahren zu beschleunigen.

Die Verwaltung legte in der Sitzung eine Übersicht über die "Verfahrens- und Zeitplanung" für den Autobahnanschluss und das Entwicklungsgebiet Silbersee vor. Grundlage war ein gemeinsamer Antrag von CDU, FDP, Zentrum und Alfa von vor über einem Jahr mit der Bitte um Entwicklung eines "Zeitfahrplans zur Gewerbeansiedlung am Silbersee". In seiner Antwort fasst der Bürgermeister noch einmal die Positionen und Abläufe aus Sicht der Stadt zusammen. In seiner Bewertung sagt Lierenfeld, dass er nicht von einer zeitnahen Realisierung ausgeht. "Dies spiegelt auch die Einstellung der Planungs- und Baukosten zur Anschlussstelle Delrath erst für die Jahre 2020 und 2021 im Haushalt der Kreisverwaltung wider."

CDU-Ratsmitglied Karl Kress sprach von einer "fehlerhaften Auflistung durch den Bürgermeister", blieb aber den Beleg schuldig. Er forderte, anstelle von Schuldzuweisungen die "Kräfte zu bündeln". Lierenfeld forderte Kress auf, "Ross und Reiter zu nennen" und ergänzte: "Man muss sagen dürfen, wo es hakt." Er kündigte an, den Vorschlag von Andreas Behncke verwaltungsintern prüfen zu wollen. Von vornherein schloss er nicht aus, dass dies möglich sei. Schließlich habe Straßen-NRW vor Jahren das Thema an den Rhein-Kreis wegen der räumlichen Nähe abgegeben.

(schum)
 
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