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Grausame Tat in Hackenbroich
Unbekannte legen toten Kater vor Tierheim ab

Dormagen: Unbekannte legen toten Kater vor Tierheim Hackenbroich ab
In dieser Box liegt der tote Kater. FOTO: Tierheim Hackenbroich
Hackenbroich . Unbekannte haben vor einem Tierheim in Dormagen-Hackenbroich einen toten Kater abgelegt. Das Tier ist wahrscheinlich erstickt. Mitarbeiter des Tierheims gehen davon aus, dass es gequält wurde.  Von Klaus D. Schumilas

Tanja Kalkowsky hat in ihrem Leben als Leiterin des Tierheims an der Bergiusstraße in Hackenbroich schon einiges gesehen und erlebt. Darunter sehr viel Not und Leid. Aber was sie am Freitagmorgen mitansehen musste, verschlug der engagierten Tierfreundin fast die Sprache: Als eine Mitarbeiterin am frühen Morgen zur Arbeit kam und das Eingangstor aufschließen wollte, sah sie eine blaue Plastikbox. Als sie diese öffnete, kam der Schock: Drinnen lag eine tote Katze.

"Wir sind alle schockiert", sagt Kalkowsky. "So etwas haben wir noch nie erlebt. Wir fragen uns, ob die Katze qualvoll in der Box erstickt ist oder ob sie vorher schon tot war." Das kann noch niemand mit Bestimmtheit sagen, aber es gibt für die Tierheim-Leiterin Anhaltspunkte dafür, dass es sich um einen schrecklichen Fall von Tierquälerei handeln könnte. Sie sagt: "Die Katze hatte eine blaue Zunge, das kann ein Zeichen dafür sein, dass sie erstickt ist."

Die Box wurde vor dem Tierheim abgelegt. FOTO: Tierheim Hackenbroich

Es gibt noch ein weiteres Anzeichen: "In der Plastik-Box lag Papier, das zerkratzt und angebissen war – das spricht aus meiner Sicht dafür, dass die Katze sich gewehrt und gekämpft hat." Unglaublich: Der oder die Unbekannte hat den Kasten mit Silikon abgedichtet. Angesichts der Einschätzungen von Kalkowsky erscheint eine These, die auf der Facebook-Seite des Tierheims kursiert, wenig wahrscheinlich. Dort wird vermutet, dass der Unbekannte Silikon verwendet hat, um den Gestank der ohnehin toten Katze nicht nach außen dringen zu lassen. Das glaubt die Tierheimleiter jedoch nicht. Bei der toten Katze handelt es sich um einen kastrierten Kater, "einen Langhaar-Mix".

Die Mitarbeiter des Tierheims hoffen, dass in diesem schlimmen Fall jemand etwas gesehen hat oder die Katze auf den Bilder auf Facebook wiedererkennt. "Wir sind für jeden Hinweis dankbar", sagt Kalkowsky. "Leider hat der Kater keinen Chip." Intern wurde gestern überlegt, bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt zu stellen. "Ich denke, dass wir das tun werden." Polizei-Sprecherin Diane Drawe sagte, dass die Polizei erst bei einer Anzeige tätig werden kann. "Ob es sich um eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat handelt, müssen dann die Ermittlungen ergeben." Das tote Tier wird, ebenso wie andere, zuerst in einer Kühltruhe aufbewahrt, dann in einem Krematorium eingeäschert und die Asche in Holland im Meer verstreut.

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