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Dormagen
Dormagen will mit Car-Sharing sparen

Dormagen: Dormagen will mit Car-Sharing sparen
evd-Geschäftsführer Klemens Diekmann an einer der Dormagener Stromtankstellen. Die Zahl der Stationen könnte im Zuge des Stadt-Projektes erhöht werden. FOTO: Tinter, Anja (ati)
Dormagen. Die Idee, die Nutzung von Fahrzeugen mit Bediensteten und Bürgern zu teilen, ist ein wichtiger Bestandteil des neuen Mobilitätskonzeptes der Verwaltung. Mit im Boot sind die Energieversorgung, die Technischen Betriebe und die SVGD. Von Stefan Schneider

Die Dormagener Stadtverwaltung möchte sich beim Thema Mobilität neu und moderner als bisher aufstellen. Dabei sollen zur Haushaltsentlastung Ausgaben gesenkt, aber möglichst auch etwas für die Umwelt getan werden. Beide Ziele wären erreicht, wenn sich die Idee verwirklichen lässt, über die die Stadt jetzt die Mitglieder des Hauptausschusses in einem Informationspapier unterrichtet hat: ein Car-Sharing-Modell, bei dem Verwaltungsangehörige und Privatleute gemeinsam einen Pool von Fahrzeugen mit Elektro-Antrieb nutzen können. Die Stadt verspricht sich davon eine Verringerung ihrer Mobilitätskosten von zehn bis 15 Prozent gegenüber dem jetzigen Stand, wie Kämmerin Tanja Gaspers im Gespräch mit unserer Redaktion anmerkte.

"Zurzeit ist es so, dass viele Dienstfahrten bei der Stadtverwaltung mit Privatautos erledigt werden. Den Mitarbeitern werden die Kosten erstattet. Das würde in Zukunft dann anders sein", erläutert Tanja Gaspers. Das angedachte Car-Sharing-System sieht darüber hinaus vor, dass die städtischen Bediensteten die Elektrofahrzeuge gegen Entgelt privat nutzen dürfen. Es soll ebenfalls geklärt werden, auf welche Weise die Fahrzeuge der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden könnten, heißt es in dem Informationspapier für die Politiker. Denn so könne die Auslastung der Fahrzeuge gesteigert und eine deutlich höhere Wirtschaftlichkeit erzielt werden, glaubt Kämmerin Gaspers.

Sie könne sich vorstellen, dass für das Projekt bis zu 30 neue Fahrzeuge angeschafft werden, fügt sie hinzu. Wobei bei deren Verwendung nicht an ein sogenanntes Free-Floating-Modell gedacht ist, bei dem Nutzer die Gefährte jeweils an ihrem Ziel stehenlassen können, sondern an ein stationsgebundenes System, bei dem die Fahrzeuge an einen festen Standort zurückgebracht werden müssten. Alles andere ließe sich in einer Mittelstadt wie Dormagen wahrscheinlich auch kaum organisieren.

Übrigens geht es laut Kämmerin Gaspers beim Sharing-Vorschlag nicht nur um Autos, sondern auch um Elektro-Fahrräder. Ob die Stadt die neuen Fahrzeuge selbst kaufen würde, ist noch offen und hängt wohl auch von Fördermöglichkeiten ab. Auf jeden Fall soll mit einem externen Unternehmen zusammengearbeitet werden, wie Gaspers berichtet: Denn die Organisation des Fahrzeugverleihs kann und will die Stadt nicht leisten.

Weitere Kooperationspartner sind die Technischen Betriebe Dormagen (TBD), die Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD) sowie die Energieversorgung Dormagen (evd). Gerade der evd kommt bei der Umsetzung der Pläne große Bedeutung zu, kann doch der Energieversorger bereits einige Erfahrungen mit Elektromobilität und Stromtankstellen in Dormagen vorweisen. Die Zahl der Auto-Ladestationen in der Chemiestadt jedenfalls - bisher gibt es eine auf dem evd-Gelände und eine am Bahnhof - könnte künftig deutlich steigen.

Quelle: NGZ
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