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Dormagen
Dormagener helfen Kindern in Peru

Dormagen: Dormagener helfen Kindern in Peru
Oben: Norbert Grimbach unternahm mit einer Gruppe von peruanischen Schülern eine Pflanzenexkursion und einen Osmoseversuch. Unten links: Kinder in typischer Landestracht. Unten rechts: Schulspeisung ohne Tische und Stühle. FOTO: Grimbach
Dormagen. Der Biologe und frühere Realschullehrer Norbert Grimbach sowie der ehemalige Bayer-Manager Walter Leidinger engagieren sich in den Hochanden. Für die oft bettelarmen Menschen gibt es viel zu tun. Von Stefan Schneider

Norbert Grimbach ist merklich bewegt, wenn er von dem erzählt, was er und seine Frau Gabriele in der Gegend von Urubamba in Peru erlebt haben. Das Ehepaar aus Zons verband eine Reise nach Ecuador mit dem Besuch einiger Entwicklungshilfe-Projekte, die der Verein "Herzen für eine neue Welt" im Nachbarland betreut. Das Ziel des Vereines laut dessen Vorsitzendem Gerhard Benner ist es, die Lebensbedingungen der Landbevölkerung und insbesondere die der in Not lebenden Kinder in den Hochanden Perus zu verbessern. Mit im Vorstand des Vereins sitzt ein früherer Dormagener Bayer-Manager: der ehemalige Chempark-Leiter und Grigat-Vorgänger Walter Leidinger.

"Die Menschen in der Region dort sind bettelarm, es fehlt quasi an allem", hat Grimbach festgestellt. Der Südamerika-Kenner, Biologe, Naturschützer und ehemalige Realschullehrer, der sich unter anderem vor einigen Jahren bereits für ein Schulprojekt der Sängerin Shakira in Kolumbien engagierte, war vor allem von der Situation der Kinder betroffen, die teils unter primitiven Bedingungen lernen und essen müssen. Gleichzeitig zeigte er sich beeindruckt von den Anlagen, die der "Herzen"-Verein auf die Beine gestellt hat. Schulen, zwei Gesundheitszentren, Krippen und ein Kinderdorf für 70 Waisen sind nur einige davon.

Grimbach, der sich mit einigen Schulleitern unterhalten und sich ein persönliches Bild von den schwierigen Umständen machen konnte, will es damit nach eigenem Bekunden nicht bewenden lassen. Er möchte bei der Hilfe aktiv mit einsteigen und sich zunächst auf zwei der vom "Herzen"-Verein unterstützten Schulen konzentrieren. "Da gibt es zum Beispiel einen Speiseraum. Die Wände stehen, aber für das Dach fehlte bisher das Geld", beschreibt er ein Dilemma. Nun würde er gerne Spenden akquirieren. "Ich überlege noch, wie ich das Thema hier in Deutschland am Besten vermitteln kann. Vielleicht arbeite ich dazu einen Vortrag aus", sagt der Zonser.

Seine Lehrerqualitäten konnte er schon vor Ort in Peru anwenden. Mit einer Gruppe von Schülern unternahm er unter anderem eine Pflanzenexkursion und einen Osmoseversuch. Und stellte schmunzelnd fest: "Löwenzahn wächst auch auf einer Höhe von 4000 Metern."

Grimbachs feste Überzeugung: "Bildung ist das Erste, wenn man Hunger vermeiden will." Ähnlich denkt wohl Walter Leidinger, der sich auch in Dormagen für Bildungsprojekte einsetzt, zum Beispiel für die Leseförderung. "Hut ab vor seiner Leistung in Peru. Walter Leidinger arbeitete während unseres Aufenthalts dort jeden Tag zwölf Stunden, er hat seine Zeit bis aufs i-Tüpfelchen effektiv genutzt", urteilt Grimbach. Leidingers Managerqualitäten seien deutlich zum Tragen gekommen.

Nach Lage der Dinge erhalten der Verein "Herzen für eine neue Welt" und dessen Projekte in Peru künftig noch mehr Unterstützung aus Dormagen. Zwei Schüler des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden planen offenbar einen längeren Aufenthalt in der Region Urubamba. Sie befänden sich in guter Gesellschaft von geleichgesinnten Freiwilligen. "19 Volontäre arbeiten dort, zum Beispiel im Verwaltungsbereich und in der Logistik", erzählt Norbert Grimbach. Der Verein "Herzen für eine neue Welt" ist als gemeinnützig anerkannt. Es besteht ein Kooperationsvertrag mit dem Projektträger "Corazones para perú".

Quelle: NGZ
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