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Dormagen
Dormagener informieren sich über Selbsthilfe

Dormagen. Mehr als 30 Organisationen und Einrichtungen präsentieren sich vor dem Historischen Rathaus. Von Karoline Gellrich

"Jeder fragt dich: Wie geht es deiner kranken Frau, aber niemand fragt: Wie geht es eigentlich dir? Männer werden immer als die Starken angesehen, aber so stark sind wir oft gar nicht", sagt Willi Kirschbaum, Initiator von "Wir - Partner krebskranker Frauen". Den 20. Selbsthilfetag des Rhein-Kreises Neuss nimmt Kirschbaum zum Anlass, um vor dem historischen Rathaus über seine Selbsthilfegruppe zu informieren. "Wenn man einen erkrankten Partner pflegt", sagt Heinrich Ostendorf, Leiter der Ortsgruppe in Dormagen, "vergisst man oftmals, an sich selbst zu denken. Wir wollen das "Ich" des Mannes stärken, damit er stärker für seinen Partner sein kann." Vor einem halben Jahr wurde die Selbsthilfegruppe in Dormagen gegründet und "auch homosexuelle Männer" sind willkommen, daran teilzunehmen, sagt Kirschbaum.

Ihr Stand ist nur einer von vielen: Mehr als 30 Organisationen und Einrichtungen informieren über Unterstützungsmöglichkeiten bei verschiedenen Erkrankungen. Das Angebot reicht von Asthma über Osteoporose und Demenz bis hin zu Diabetes, Essstörungen und Suchterkrankungen. "Wir freuen uns, dass wir diese Veranstaltung schon zum dritten Mal in unserer Stadt ausrichten können", sagt Klaus Popp von der Arbeitsgemeinschaft der Dormagener Selbsthilfegruppen. Gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, Schirmherrn Lutz Kaiser vom Vorstand der pronova BKK sowie Bürgermeister Erik Lierenfeld eröffnete er den Selbsthilfetag. Durch das begleitende Bühnenprogramm mit über einem Dutzend Auftritten, Tanz- und Musikeinlagen führte Michael Dries.

Beim 50-köpfigen Chor "Rejoice" schunkelte das Publikum mit. Richtig ins Schwitzen kam es beim Auftritt der Tanzgruppe "Kinder und Erwachsenen mit Beeinträchtigung", bei dem die Zuschauer in die Knie gehen, sich drehen und winken sollten. Irine Brüne und Vera Gralla klatschen mit und zeigen sich beeindruckt von dem Auftritt der Tanzgruppe: "Wie unterschiedlich die Begabungen sind und wie viel Lebensfreude sie ausstrahlen, ist toll", sagt Gralla. Weniger für das Bühnenprogramm, sondern mehr für die Aussteller interessiert sich Annelie Witte-Schmale: "Meine Mutter braucht Unterstützung im Haushalt", sagt sie, "über die unterschiedlichen Möglichkeiten möchte ich mich informieren." Der Stand der "Helfenden Hände" interessiert sie besonders. Dort steht Christine Herdlitschka, die als Ehrenamtliche Unterstützung im Alltag wie Einkaufen, Arztbesuche oder Kinderbetreuung übernimmt. "Das könnte man Nachbarschaftshilfe nennen", sagt sie, "Oft sind es kleine Dinge wie ein Spaziergang", erläutert Herdlitschka, "anfragen kann man bei uns alles."

Ebenfalls ehrenamtlich betreut Regina Latak Angehörige von an Demenz und Alzheimer Erkrankten. "Ich war 42 Jahre Krankenschwester, meine Erfahrungen möchte ich gerne weitergeben." Sie arbeitet für die Alzheimer Gesellschaft des Kreises und besucht Angehörige. "Wir helfen bei allen Fragen und haben auch ein Gesprächskreis-Angebot in Dormagen."

Quelle: NGZ
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