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Dormagen
Dormagens Hochwasser-Chronik

Dormagen: Dormagens Hochwasser-Chronik
... und auch der Kläranlage rückte der Rhein bedrohlich nahe. FOTO: Eduard Breimann
Dormagen. Es gab Jahre, da stieg der Rhein noch deutlich höher an als in den vergangenen Tagen - ein Rückblick. Von Stefan Schneider

Die Fotos aus der Zonser Altstadt zeigen Männer, die auf zu Flößen umfunktionierten alten Türen auf der überfluteten Rheinstraße fahren - wie Gondolieri in Venedig. Einer hat zwei kleine Kinder dabei. Die Aufnahmen stammen aus dem Jahr 1926 und belegen, dass Dormagen in der Vergangenheit noch weitaus härter vom Rhein-Hochwasser getroffen wurde als in diesen Tagen (8,78m). 1926 lag der Pegelhöchststand bei 10,69 Metern, 250 der damals rund 300 Häuser von Zons standen unter Wasser.

Der frühere Deichgräf Eduard Breimann erinnert darüber hinaus an das Jahr 1995, als am 30. Januar ein Höchststand von 10,64 Meter erreicht wurde. Die Lage war dramatisch, zwischenzeitlich sah es so aus, als müssten die Stadtteile Stürzelberg, Zons und Rheinfeld evakuiert werden. In seiner Sammlung hat Breimann noch zahlreiche Bilder, die das Ausmaß der Überschwemmungen dokumentieren und von denen er unserer Redaktion gestern einige zur Verfügung gestellt hat. 30.000 Sandsäcke waren damals aufgetürmt worden, um Schwachstellen zu sichern. "Das betraf besonders den nicht ausgebauten Deich zwischen Zons und Stürzelberg", erinnert sich Breimann. An der Katastrophe kam Dormagen vor 23 Jahren zum Glück vorbei. Und: "Dieses bedrohliche Ereignis war der letzte Anstoß, um die Deichsanierung, die deutliche Erhöhung und Verstärkung der Deichanlage zwischen Köln und Neuss schleunigst anzugehen", bilanziert der ehemalige Deichgräf.

Quelle: NGZ
 
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