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Dormagen
Dormagens Tierheim als Wohlfühl-Ort

Dormagen. Für Leiterin Tanja Kalkowsky ist ihre Arbeitsstätte in Hackenbroich der schönste Platz in der Stadt. Nicht zuletzt wegen all der vier- und zweibeinigen Mitbewohner, um die sie sich mit ihrem fünfköpfigen Team kümmert. Von Franziska Gräfe

Wenn Tanja Kalkowsky morgens vom Küchentisch zum Arbeitsplatz aufbricht, muss sie nur eine Treppe hinabsteigen. Die Leiterin des Dormagener Tierheims wohnt im gleichen Haus wie ihre Schützlinge. Eigentlich logisch, dass die 28-Jährige auf die Frage nach ihrem liebsten Platz in der Stadt spontan das Tierheim nennt. Vor drei Jahren hat sie die Leitung des Heims übernommen und ihr Leben in Rheinfeld zwischen Fluss und Flur gegen die Dreizimmerwohnung im Hackenbroicher Gewerbegebiet getauscht. "Ich wohne hier mit einer guten Freundin in einer Mädels-WG", erzählt sie und zählt im gleichen Atemzug ihre 66 Pensionsgäste auf. 30 Katzen, 14 Hunde, elf Kaninchen, drei Ratten, fünf Kanarienvögel, zwei Zebrafinken und ein Igel leben gegenwärtig an der Bergiusstraße.

Tanja Kalkowsky ist ohne Haustiere aufgewachsen. Ein Schulpraktikum im Tierheim gefiel ihr so gut, dass sie blieb: Erst als Teilzeitkraft, später als Auszubildende, bis man ihr die Leitung des fünfköpfigen Teams anbot. "Damals hatte ich gerade erst die Prüfung gemacht, und anfangs war es wirklich viel", erzählt die junge Frau. Was ihr half: "Eigentlich kann jeder von uns alles, wir verstehen uns und sind alle auch privat befreundet."

Ein Leben ohne Tierheim kann sich Tanja Kalkowsky nicht vorstellen. Auch wenn es immer wieder traurige Fälle gibt. Wie der jener Katze, die in einer Box mitten im Sperrmüll des Tierheims abgestellt wurde. Hunde werden wie abgelegte Spielzeuge entsorgt, einfach an den Zaun des Heims gebunden. "Wir sind dafür da, Tiere aufzunehmen, aber natürlich möchten wir mit demjenigen sprechen, der das Tier abgibt", sagt die Leiterin. Jede Abgabe wird mit einer Gebühr belegt, um einen kleinen Teil der Kosten zu decken, die dem Tierheim durch Impfung, Futter und Unterbringung entstehen. Zudem helfe jede Information des Vorbesitzers, das Tier zu charakterisieren und ein passendes neues Zuhause zu finden. Aus den vielen Fällen, in denen das gelingt, schöpft Kalkowsky Freude: "Bei Nachkontrollen sehen wir, wie toll der Hund es angetroffen hat und wie er aufblüht." Eigene Tiere hat sie auch heute nicht, dafür leisten ihr Heimhunde in der Wohnung Gesellschaft. Im Moment sind oft Pitbull Motte und Staffordshire-Hündin Molly zu Gast. Nachts ist es im Tierheim ruhig, sagt Kalkowsky: "Wenn wir um 17 Uhr schließen, gehen die Hunde schlafen."

Quelle: NGZ
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