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Dormagen
"Dünger-TÜV" ist gut fürs Grundwasser

Dormagen: "Dünger-TÜV" ist gut fürs Grundwasser
Düngestreuertest auf einem Feld von Jürgen Klein vom Goldberger Hof. Bert Bellinga und Simon Klein befüllen den Streubildzylinder. FOTO: G. Salzburg
Dormagen. Im Rahmen der Wasserschutzkooperation von Landwirten, Landwirtschaftskammer und Unterer Wasserbehörde des Rhein-Kreises Neuss werden Düngerstreuer auf ihre Effizienz geprüft - auch in finanzieller und ökologischer Hinsicht. Von Sebastian Meurer

Die Getreideernte ist vorbei, für Martin Gutta und Jan Gruber läuft in diesen Tagen indes "die Hochsaison". Gestern waren die Wasserschutzberater der Landwirtschaftskammer NRW auf den zum Goldberger Hof von Jürgen Klein zählenden Ackerflächen im Einsatz. Dieser besteht im so genannten Düngerstreutest. "Er wird alle zwei bis vier Jahre fällig und ist so etwas wie die Abgasprüfung beim TÜV", sagt Ulrich Timmer, bei der Landwirtschaftskammer Geschäftsführer der Kreisstellen im Rhein-Kreis Neuss, im Rhein-Erft-Kreis und im Rhein-Sieg-Kreis.

Mit einem gravierenden Unterschied allerdings, auf den Johann Schmitz von der Unteren Wasserbehörde des Rhein-Kreises Neuss hinweist: Die Düngerstreuertestprüfung ist freiwillig. "Wir sehen sie auch nicht so sehr als Test, sondern als Erfahrungsgewinn", erläutert Martin Guttau. Worin ihm Simon Klein, Juniorchef auf dem Goldbergerhof rundweg beipflichtet: "Jedes Jahr lernt man seinen Düngerstreuer besser kennen."

Bei der Prüfung werden die wichtigsten Einstellungen des Geräts unter die Lupe genommen. Dabei geht es um die tatsächliche Zapfwellendrehzahl ebenso wie um die Anbauhöhe, die Qualität des Düngers und die verschiedenen Öffnungen der Auslaufschieber. Danach geht es auf die Testbahn: Je nach Breite des Streuers sind dort standardisierte Auffangschalen aufgestellt. Deren Inhalt wird dann nach Befahren der Bahn in Messzylindern entleert, so dass die Werte erfasst werden können. Der Test dauert eine bis anderthalb Stunden. Je nach Ergebnis wird der Streuer neu justiert- wobei der Test im Zweifelfall so lange wiederholt wird, bis das "Streubild" den Ansprüchen genügt. Die sind durchaus ehrgeizig: Modernste Technik ermöglicht es inzwischen längst, vorab exakt zu bestimmen, wie viel Dünger auf die Felder verbracht werden kann und muss.

Für die Vertreter der Landwirtschaftskammer ist die Düngerstreuprüfung einer von vielen Bausteinen, die dazu beitragen, dass Dünger genau und bedarfsgerecht verteilt werden kann. "Kostenbewusst und zielgerecht", lässt sich damit laut Ulrich Timmer arbeiten, wobei hinzukomme, dass das Ganze dann auch "gewässerschonend" sei.

Was für den Bereich des Goldberger Hofs schon allein deshalb von gesteigerter Bedeutung ist, weil er im Wasserschutzgebiet liegt. Prüfungen wie die gestrige sind Bestandteil einer freiwilligen Wasserschutzkooperation von Kammer, Landwirtschaft, dem Rhein-Kreis und der Stadt Mönchengladbach, die rund 450 Mitglieder zählt. Die Landwirte, deren Felder im Wasserschutzgebiet liegen, sind laut Martin Guttau durchaus bereit, mehr Aufwand zu betreiben. Entgolten wird ihnen der von der Wasserwirtschaft, die sich bei den Kooperationen finanziell engagiert. "Von dem Streuertest profitiert sowohl die Wasserwirtschaft, als auch die Landwirtschaft", ist Simon Klein überzeugt. Im Stadtgebiet wird der Test bei etwa zehn Landwirten vorgenommen. Insgesamt geht es in diesem Jahr um gut 25 Bauern, die in diesem Jahr bei der "Freiwilligen Selbstkontrolle" mitmachen.

Quelle: NGZ
 
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