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Dormagen
Ehrenamtlich als Streetworker unterwegs

Dormagen: Ehrenamtlich als Streetworker unterwegs
Sport ist für Clifford Fox wichtig, um sich für den täglichen Einsatz draußen auf den Straßen fit zu halten. Der 60-Jährige liebt klassische amerikanische Sportarten, ebenso fühlt er sich im Fitnessstudio wohl. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Clifford Fox ist täglich "on the road", um anderen zu helfen. Trotz "Bürgerpreis" bleibt der Amerikaner bescheiden. Von Karoline Gellrich

Clifford Fox ist ein Streetworker im wahrsten Sinne des Wortes. Der Rentner ist ehrenamtlich unterwegs, treibt sich meist vor dem Rathaus umher, wo er Menschen findet, die sich über seine Unterstützungim Alltag freuen. "Mein Ziel ist es Menschen zu helfen, dafür bin ich jeden Tag auf der Straße", sagt Fox. Seit Januar engagiert er sich besonders für Flüchtlinge. "Ich helfe bei Behördengängen oder auch, wenn sie Schreiben von der Stadt nicht verstehen", sagt Fox. Die Liebe führte den Amerikaner nach Dormagen. "Theoretisch hätte es auch jede andere Stadt sein können", sagt Fox, "aber meine Frau ist Dormagenerin und so zogen wir hier her".

Wie viele Amerikaner kam auch er als Berufssoldat nach Deutschland. "Ich war eine Zeit lang in Kapellen stationiert", sagt Fox, "so lernte ich auch meinen Frau kennen." Während seiner Laufbahn bei der amerikanischen Armee sah Fox viel Leid und Armut: "Durch diese Erfahrungen als Soldat haben ich das Bedürfnis zu helfen", sagt Fox. Geboren ist der heute 60-jährige in Mobile, Alabama. "Ich selbst bin im Ghetto aufgewachsen", sagt Fox. "Ich weiß genau wie es ist, in Armut zu leben und keine Perspektiven zu haben. Bis auf mich, hat es nur noch ein zweiter da raus geschafft. Die Armee hat mich damals gerettet", sagt der Rentner.

Heute engagiert sich Fox, um den Flüchtlinge von Anfang an mehr Perspektiven zu ermöglichen. "Ich helfe ihnen bei der Jobsuche, begleite sie bei Arztbesuchen und unterstütze sie beim Deutsch lernen", sagt Fox. "Sie langweilen sich in den Unterkünften. Ich setze mich dafür ein, dass sie beschäftigt sind und etwas zu tun haben", sagt Fox. Dazu gehört für ihn auch, die Bewohner der Flüchtlingsunterkünfte anzuregen, ihre Wohnungen selbst Instand zu setzen. "Ich motiviere sie zu kleiner handwerklichen Arbeiten und Verbesserungen, bringe sie zum Aufräumen und Putzen", sagt Fox. "Das machen sie ohne Widerrede, sie brauchen nur jemand, der sich Zeit für sie nimmt und ihnen zuhört. Das mach ich", sagt Fox. Für sein herausragendes Engagement bekam er im August von der Bürgerstiftung den Deutschen Bürgerpreis des Jahres verliehen. "Fox hat uns mit seiner Arbeit sehr beeindruckt. Seine unkomplizierte und nicht alltägliche Art der Hilfe ist für uns vorbildlich", begründet Jürgen Peters, Finanzvorstand der Bürgerstiftung.

Wenn Fox nicht gerade auf Abruf vor dem Rathaus sitzt, interessiert er sich für amerikanischen Sport. "Früher habe ich viel Baseball, Amercian Football und Basketball gespielt", sagt der ehemalige Soldat. "Viele Jahre habe ich Köln auch als Trainer gearbeitet. Heute schaue ich den amerikanischen Sport lieber im Fernsehen an", sagt der Rentner. Ob er den Rest seine Lebens in Dormagen bleiben wird, das weiß Fox noch nicht: "Eigentlich reicht es mir, Amerika einmal im Jahr zu besuchen. Hier fühle ich mich wohl. Aber man weiß ja nie", sagt Fox.

Quelle: NGZ
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