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Analyse
Eigenbetrieb muss effizienter sein

Analyse: Eigenbetrieb muss effizienter sein
Die Sanierung der Sekundarschule ist eins der drei Großprojekte. FOTO: LH
Dormagen. In der letzten Ratssitzung für dieses Jahr wurden Lösungsansätze für die Probleme Sanierungsstau und Bau-Management aufgezeigt. Von Carina Wernig

Dass sich nicht alle Fraktionen in der Bewertung des städtischen Haushaltes einig sind, verwundert nicht. Zu unterschiedlich sind die Ansprüche zum Beispiel an die Musikschule und die Summe, die sie kosten darf, oder an die neu gestartete Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die jetzt eine neue Dachmarke für die Stadt entwickelt, die im Januar 2018 präsentiert werden soll. Während das Zentrum diese Dachmarke "für komplett überflüssig" hält, wie der Fraktionsvorsitzende Hans-Joachim Woitzik erklärte, freuen sich die Groko-Fraktionen CDU und SPD über die aus ihrer Sicht gut angelaufene Gesellschaft.

Einig sind sich die Fraktionen jedoch darin, dass der Eigenbetrieb Dormagen effizienter aufgestellt werden muss. So wurden bereits im Betriebsausschuss die neuen Projektsteuerer präsentiert, die bei zunächst drei Großprojekten die Koordination übernehmen, damit die Bauten nicht aus dem zeitlichen, qualitativen und finanziellen Ruder laufen. Das hatte Ex-Fraktionschef Wiljo Wimmer (CDU) bereits 2013 beantragt und das Zentrum immer wieder vehement gefordert, zuletzt hatte auch die SPD die zu hohen Kosten und Zeitverzögerungen - und die mangelnde Kommunikation bei den Baumaßnahmen des Eigenbetriebs - kritisiert. Doch damit nicht genug: Nach einer Strukturanalyse durch externe Gutachter wurde der Leitung des Eigenbetriebs um Uwe Scheler nun ein Berater an die Seite gestellt, der die Abläufe optimieren soll. Das scheint der richtige Weg zu sein, um die Projekte in den Griff zu bekommen und im nächsten Jahr besser anzugehen.

Denn auch wenn die Ausschreibungspflicht der Verwaltung, die derzeit schwierige Lage, überhaupt Handwerker zu finden, sowie Pech mit dem beauftragten Generalunternehmen für die Flüchtlingsunterkunft in Delhoven die Kosten in den einzelnen Fällen plausibel in die Höhe getrieben haben, machen sie in Summe einen zu hohen Betrag auf, um sie zu ignorieren.

In seiner Haushaltsrede forderte FDP-Fraktionschef Karlheinz Meyer angesichts der "starken Doppelbelastung bei Frau Gaspers" als Kämmerin und Verantwortliche für den Eigenbetrieb eine Prüfung des Zuschnitts der Bereiche und Verantwortlichkeiten. Mit den nun unterstützend tätigen Beratern und Projektsteuerern gewinnt die Leitung Luft, die Baumaßnahmen wieder zeitnah und im Kostenrahmen umzusetzen, so wie es beim Neubau des Stadtbades in Regie der SVGD auch gelang.

Über die daraus resultierenden Kosten der Eigenbetriebsstärkung gingen die Meinungen dann wieder auseinander: Während Zentrums-Fraktionschef Woitzik die Aufstockung des Eigenbetriebs "um acht Stellen bzw. 435.000 Euro Personalkosten" kritisierte, sprach sich SPD-Fraktionschef Bernhard Schmitt für Investitionen in den Eigenbetrieb aus: "Solche Projekte haben eine stärkere Überwachung nötig, dies kann der Eigenbetrieb objektiv nicht leisten."

Quelle: NGZ
 
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