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Dormagen
Ein Schneiderlein, das tapfer dem starken Regen trotzt

Dormagen. Die Premiere der Märchenspiele Zons auf der Freilichtbühne fiel auch bei schlechtem Wetter nicht ins Wasser.

"Das tapfere Schneiderlein" erzählt die Geschichte eines gewitzten Schneiders, der allerlei Prüfungen besteht und damit die Hand der Prinzessin gewinnen kann. Tapfer war bei der Premiere auf der Freilichtbühne Zons am Sonntag allerdings nicht nur das Schneiderlein, hervorragend gespielt von Torsten Iedema: Von Beginn an schüttete es wie aus Kübeln, was immerhin rund 160 tapfere Zuschauer nicht davon abhielt, unter den fest installierten Schirmen und eigenen, selbst mitgebrachten zusammenzurücken und das Schauspiel zu genießen. "Wir haben so lange geprobt - bereits im Januar haben wir mit den Leseproben und der Rollenverteilung begonnen und sicher 20 Proben absolviert - die Darsteller wollten unbedingt auf die Bühne", erklärte Geschäftsführerin Elisabeth Krumbein, die sicher häufiger als sonst einen kritischen Blick in den Himmel geworfen hat, als die ersten Zuschauer eintrafen.

Und die Darsteller brillierten in gewohnter Weise, ließen sich weder Regen noch nasse Kälte anmerken: Sie sangen, sie tanzten, sie überzeugten mit humorvollen Anspielungen auf die Neuzeit, etwa als die Prinzessin sagte: "Ich will keine Schokolade - ich will lieber einen Mann", womit sie Trude Herrs Hit aus den 60er Jahren zitierte und das Publikum zum Lachen brachte.

Im Mittelpunkt aber steht der furchtlose Held - und das muss er sein, schließlich berichtet der Schneider überall, er habe "sieben auf einen Streich" erlegt. Dass es sich dabei um Fliegen handelt, die um sein Marmeladenbrot herumgeflogen sind, müssen die Widersacher ja nicht wissen. Jedenfalls gibt der Respekt, der dem Schneiderlein entgegengebracht wird, ihm ein so großes Selbstvertrauen, dass er es mit allen aufnehmen kann.

Regisseur Jürgen Reinecke bringt ein Theater auf die Bühne, das Jung und Alt gleichermaßen fesselt, in dem es um die Tiere des Waldes, um Riesen und um die Prinzessin geht. Gesang - vornehmlich von dem äußerst humorvollen Hofkapellmeister, gespielt von Klaus Knops, und Tanz runden die Aufführung ab.

Und am Ende hat jeder der kleinen und großen Zuschauer doch glatt vergessen, dass es regnet. "Die Darsteller haben sich so auf die Premiere gefreut, dass sie sie selbst bei dem Regen durchgezogen haben", sagt Elisabeth Krumbein. Wer auf schöneres Wetter hofft, hat jeden Sonntag bis zum 10. Juli um 16 Uhr oder am Mittwoch, 6. Juli, die Gelegenheit. Weitere Spieltermine nach der Sommerpause ab 11. August.

(vest)
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