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Dormagen
Eine Kinderbibel als Gemeinschaftsprojekt

Dormagen: Eine Kinderbibel als Gemeinschaftsprojekt
Die Sonne wird platziert: Kinder aus Stürzelberg und Horrem bauen die Schöpfung auf. Für die Kinderbibel wurde in den Kitas gemalt und gebastelt. FOTO: ON
Dormagen. Sieben evangelische Kindertagesstätten haben die bunte Kinderbibel unter dem Motto "Dormagener Kinder bibel(n)" erstellt. Von Carina Wernig

Zuerst Himmel und Erde, dann Sonne, Mond und Sterne - und danach die Lebewesen: Fische im Meer, Tiere an Land und die Menschen im Paradies. Auf den Fotos und Bildern in der Dormagener Kinderbibel spielt sich die Erschaffung der Welt durch Gott im Zeitraffer ab. Insgesamt sieben Kindertagesstätten des Evangelischen Sozialwerks - mit fast 500 Kindern und mehr als 60 Erziehern - haben dieses Buch mit drei Pfarrern unter dem Motto "Dormagener Kinder bibel(n)" erstellt. "Der Titel dieses kleinen Buchs soll nicht bloß das fertige Ergebnis, sondern auch den Prozess beschreiben", erläutert Pfarrer Frank Picht, Vorsitzender des Evangelischen Sozialwerks.

Am Sonntag wurde das reich bebilderte Buch nun in einem gut besuchten Gottesdienst in der Christuskirche vorgestellt. "Es war ein lebhafter Gottesdienst mit vielen Aktionen der Kinder", berichtet Rosi Starke, die Leiterin der Kindertagesstätte "Sonnenblume" aus Horrem. Für das Bibelprojekt hatte sie sich mit den Horremer Kindern und Erziehern gemeinsam mit den Kindern und Erziehern der Kita "Schatzkiste" aus Stürzelberg der "Schöpfung" zugewandt. Es wurde gemalt und gebastelt - und gemeinsam eine große Schöpfungs-Landschaft in der Kita in Stürzelberg aufgebaut. "Die Kinder hatten sehr viel Spaß an dem Projekt, für das sie sich unbefangen und neugierig mit der Bibel auseinander gesetzt haben", sagt sie. Neben der Schöpfung ging es in anderen Kitas in Zons, Hackenbroich und Dormagen um Abraham und Moses: Kinder malten Kamele und führten die Geschichte von Abraham auf oder stellten sie mit Figuren nach. Auch für den Auszug aus Ägypten wurde das geteilte Rote Meer dargestellt, es gab eine Moses-Bildergeschichte und -Theater.

Von dieser Art, den Kindern - und den Eltern und anderen Verwandten - die Bibel näher zu bringen, ist auch Pfarrer Frank Picht überzeugt: "Dieses Buch soll keine weitere Vorlese-Bibel sein. Davon gibt es unzählige auf dem Büchermarkt. Es ist eine Dokumentation des ,Erarbeiteten'", sagt Picht, der gemeinsam mit Pfarrerin Alexandra Späth und Pfarrer Martin Fröhlich dieses Gemeinschaftswerk begleitet hat. Die Pfarrer arbeiteten mit den Erziehern an der Auswahl und Auslegung der biblischen Geschichten, die Erzieher setzten es in ein pädagogisches Konzept um, das auch die Unter-3-Gruppen mitberücksichtigte. "Kinder unterschiedlicher Herkunft und Hintergründe haben sich beteiligt, sich ihre Gedanken gemacht und ihre Fragen und Auslegungen zum Ausdruck gebracht", schreibt Pfarrer Picht im Vorwort der Kinderbibel, die Anregungen geben soll: "Ein reicher Schatz breitet sich hier in dieser Kinderbibel aus!"

Von sechs auf einer Klausurtagung in der Matthäuskirche Delhoven diskutierten Themen schafften es drei in die Bibel. "Die Chancen auf Band 2 sind also durchaus groß", meint Pfarrer Picht.

Als reine Erinnerung an die Zeit der Kinder in der Tagesstätte ist die Bibel ebenso zu nutzen, wie als Anregung, die eine oder andere biblische Geschichte selber (nochmals) zu lesen oder den Kindern zu erzählen: "Nur so bleibt der Glaube lebendig, und nur so kann er kommenden Generationen weitergegeben werden", sagt Pfarrer Picht.

Quelle: NGZ
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