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Dormagen
Eine Stimme zu wenig für Frauen als Schützen

Dormagen: Eine Stimme zu wenig für Frauen als Schützen
Frauen kommen beim BSV Dormagen bei den Umzügen und Paraden weiter nur als Zuschauer am Zugweg und auf der Tribüne vor. FOTO: Lothar Berns
Dormagen. Im Regiment des BSV Dormagen werden keine Frauen mitmarschieren. Mit 177:60 wurde die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit knapp verfehlt. Von Carina Wernig

Große Enttäuschung beim Vorstand und den meisten der knapp 250 anwesenden der 850 Mitglieder des Bürger-Schützen-Vereins (BSV) Dormagen am Freitagabend im Schützenhaus: Bei der Generalversammlung erhielt der Antrag zweier Züge, Frauen als aktive Schützen zuzulassen, mit 177:60 Stimmen zwar die große Mehrheit - allerdings fehlte zur erforderlichen Dreiviertel-Mehrheit für eine Satzungsänderung genau eine Stimme. "Das ist sehr schade", sagte der sichtlich geschockte BSV-Vorsitzende Rolf Starke, der mit dem Vorstand die möglichen Satzungs-Änderungen erarbeitet und den Zugführern im Vorfeld vorgestellt hatte. Auch ein vom Grenadierzug "Bloomepott" als Einschränkung ins Spiel gebrachter Antrag, reine Frauen-Züge zuzulassen, erhielt mit 176:61 zwei Stimmen zu wenig.

Bereits im Oktober 2014 war ein Antrag des BSV-Vorstands, Frauen als aktive Schützen aufzunehmen, knapp an 20 Stimmen gescheitert: Damals waren 200 der 296 abgegebenen Stimmen dafür und 92 dagegen gewesen. Stellt ein Zug - wie jetzt die Hubertusschützen von "7 auf einen Streich" und die Jäger der "Schützengilde 1974" - einen ähnlichen Antrag, könnte auf einer der nächsten Versammlung erneut darüber entschieden werden. Denn ein Antrag des Jägerzugs "Rheinschützen", gleichlautende Anträge mit einer Sperrfrist von zwei Jahren zu belegen, erhielt nicht die nötige Dreiviertel-Mehrheit, im Gegenteil: Es stimmten 95 mit Ja, 148 mit Nein.

Zudem waren Ersatzwahlen zum Vorstand nötig: Nachdem Uwe Heier vor dem Fest angekündigt hatte, sich aus gesundheitlichen Gründen im Oktober von seinem Posten als Geschäftsführer zurückzuziehen, wählten die BSV-ler seinen Bruder Hans-Arnold Heier vom Jägerzug "Ratsschützen" zum Nachfolger. BSV-Chef Rolf Starke bedankte sich bei Uwe Heier für dessen hervorragende Arbeit im Vorstand, dem er 17 Jahre angehörte, davon 15 Jahre als Geschäftsführer. Die Schützen standen zum Dank für Uwe Heier auf und spendeten ihm langen Beifall.

Hans-Arnold Heiers Posten als stellvertretender Geschäftsführer neben Udo Bünz übernimmt der bisherige Beisitzer Marcel Kühnhold (Jägerzug "Voll dropp"). Da auch Beisitzer Ralf Ludwig aus dem Vorstand ausschied, wurden zwei neue Beisitzer gewählt: Wolfgang Schröder (Jägerzug "Wenkbüggel") und Peter Schipper (Jägerzug "Rheinschützen").

Quelle: NGZ
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