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Dormagen
Eine Stippvisite im "Paradies für Kreative"

Dormagen. Den Besuchern der Galerie-Werkstatt in Knechtsteden öffneten sich gestern beim Tag der offenen Tür lichtdurchflutete Kunst-Welten. Von Christian Oscar Gazsi Laki

Der Kunstverein Galerie-Werkstatt Bayer Dormagen auf der Klosteranlage Knechtsteden ist ein idealer Ort für alle Kunstschaffenden. Für all jene, die den Kontakt zu anderen Kreativen suchen, die Leidenschaft für Kunst empfinden, sich austauschen, voneinander lernen möchten. Über die insgesamt ungefähr 280 Mitglieder zählende Gemeinschaft konnten sich gestern am Tag der offenen Tür vor Ort Besucher ein Bild machen. Sie wurden von sympathischen Damen und Herren empfangen, die in die Welt der jeweiligen Ateliers einführten, Fragen beantworteten und zahlreiche Beispiele ihrer Arbeit, die sehr vielfältig sind, präsentierten.

So war beispielsweise die Ausstellung "Reis-zeit" von Christine Kämper zu sehen. Ihre "Fragmente erlebter Zeit", eine Art Retrospektive, fächerte vor dem Betrachter ein breites Spektrum an künstlerischen Phasen auf, ob Malerei, Zeichnungen und Radierungen. Gleichsam einer Künstlerkolonie - und doch auf individuelle Art ganz anders - bietet die über 800 Quadratmeter große Atelierfläche künstlerische Heimat für eine Vielzahl an Fachgebieten. Ist der Name auch Kunstverein, so steckt dahinter doch viel mehr. Eher wie eine große interdisziplinäre Ateliergemeinschaft. Ob Bildhauerei - separat in der ehemaligen Metzgerei untergebracht - , Malerei, Grafik oder Textilkunst (Quilt und Patchwork, Seidenmalerei), ob digitale Fotokunst, Silberschmiede, Porzellanmalerei, Keramik oder das Galerie-Theater Zons; dort treffen akademisch ausgebildete Künstler auf Kunsthandwerker und auch Autodidakten oder die, die es noch werden wollen.

Der Verein steht für alle offen, wie Dorothea Grunewald, selbst Patchwork und Quilt-Künstlerin und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, erläuterte. Aber auch zahlreiche Kurse bereichern das Wirken des Vereins. Begeht man die Atelierräume, so wähnt man sich in einem Paradies für Kreative. Auf zwei Etagen eröffnen sich gut ausgestattete Kunst-Welten, lichtdurchflutet. Sogar ein Fotostudio.

Die Besucher hatten die Möglichkeit, einzelnen Künstlern im Schaffensprozess über die Schultern zu schauen, so etwa in der Silberschmiede, wo ganz filigrane Schmuckstücke entstanden. Auch in den Räumen für Malerei wurde produziert, ebenso wie bei den Keramikern, wenngleich einige der anderen Ateliers leider nicht "bevölkert" waren. Die ausgestellten Exponate indes bewiesen auch dort, dass es sehr spannend gewesen wäre, überall Work-In-Progress zu erleben.

Beim Kunstverein darf jedes Mitglied jederzeit kommen und gehen - das macht den Reiz aus. Das muss sehr schön sein, sich einfach ins Auto zu setzen, zum Kloster zu fahren und einfach entspannt kreativ sein zu können. Vielleicht trifft man jemanden, den man kennt, vielleicht ergeben sich inspirierende Gespräche. Ohnehin scheinen die einzelnen Fachgruppen eingeschworene Gemeinschaften zu sein - man kennt sich. Oft ist auch der persönliche Bezug zu Bayer gegeben, wie Einzelne berichteten.

Quelle: NGZ
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