| 00.00 Uhr

Dormagen
Eine Welle der Hilfsbereitschaft für Bodo

Dormagen: Eine Welle der Hilfsbereitschaft für Bodo
Die "Bergpiraten" aus Gohr waren eine von elf Dormagener Bands, die unentgeltlich beim Benefizkonzert für Bodo Pretzer im Straberger Schützenhaus spielten. Aus ganz Dormagen kamen Besucher, um an diesem außergewöhnlichen Festival teilzunehmen. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Auf einem Benefizkonzert spielten elf Dormagener Bands für ihren verstorbenen Freund, der ganz Dormagen bewegte. Von Carina Wernig

Bodo war ihr Freund - und darum spielten elf Dormagener Bands am Samstag mehr als acht Stunden im Straberger Schützenhaus unentgeltlich zu seinen Ehren: Eine Welle der Hilfsbereitschaft hatte nach dem plötzlichen Tod von Bodo Pretzer (41), der im Haus der Lebenshilfe in Nievenheim gelebt hatte, Musiker, Schützen und Karnevalisten ergriffen. Auf deren Veranstaltungen war Bodo ein gerngesehener Gast. Und so hatte die "Initiative Dormagen" eine Benefizveranstaltung auf die Beine gestellt, von der rund 400 Zuschauer begeistert waren. "Bodo gehörte praktisch zum Inventar", sagte Georg Heinen, Organisator von "Musik aus Dormagen" der Initiative Dormagen.

Benefizkonzert-Initiator Manfred Perle, Mitglied der Band "Tight", ist glücklich: "Wir sind alle rundrum zufrieden, es war superschön", sagte er gestern im Rückblick: "Wir hatten immer genügend Gäste, sehr viel Spaß, und auch die Tombola und die Spenden liefen hervorragend." Wie viel Geld für das Haus der Lebenshilfe genau zusammengekommen ist, konnte Perle gestern noch nicht genau sagen, er schätzt aber, dass der Betrag "sicher über 4000 Euro" liegen wird.

Der Schirmherr des Benefizkonzertes, Bürgermeister Erik Lierenfeld, sprach bewegende Worte über Bodo, der stets alle Menschen mit der ungewöhnlich direkten Frage angesprochen hatte: "Bist Du mein Freund?" Vielleicht sei Bodos Handicap sogar eine Gabe gewesen, Menschen ohne Vorbehalte so zu sehen und begegnen, wie sie sind. "Bodo hat mehr zur Inklusion beigetragen als irgendein Integrationspapier oder -gesetz", sagte Lierenfeld, der forderte: "Bodos Vermächtnis ist es, Vorurteile und Hemmungen gegenüber Behinderten abzubauen. Er war - nein, ist - einer von uns!" Lierenfeld bedankte sich bei den Bands, die mit ihrer unentgeltlichen Teilnahme zeigten, "dass Dormagen eine besondere Stadt ist".

Mit viel Begeisterung stürzten sich die Gruppen in ihre Auftritte: Food for the Monkeys, De Fetzer, Bergpiraten, Ne Spetzboov, Coyotes Last Order, Cold Shot, Ückerock, Perltöne, Tight, Pink Flönz und Mundgerecht - in den Umbaupausen unterhielt "Mr. Tottler" die Zuschauer gekonnt mit Cover-Songs, brachte sie ebenso zum Mitsingen.

So unterschiedlich auch die Stilarten der Bands zwischen Karneval-Stimmungsliedern und Rocksongs, Heavy Metal und Pop auch waren, eins einte die elf Gruppen: Ihr Wunsch, ihrem verstorbenen Freund Bodo etwas für seine Freundlichkeit und seine Begleitung ihrer Auftritte zurückzugeben.

Und noch eins hat das Benefizkonzert für Bodo erreicht: Der Zusammenhalt der Dormagener Bands wurde gestärkt, weitere Treffen sind geplant. Mit möglichen Folgen auch für die begeisterten Zuschauer: "Wir überlegen, ob wir eine solche Benefizveranstaltung nicht in ähnlicher Weise im nächsten Jahr fortführen", sagte Manfred Perle. Dann hätte die Aktion für Bodo einen weiteren guten Zweck erfüllt.

Quelle: NGZ
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Dormagen: Eine Welle der Hilfsbereitschaft für Bodo


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.