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Dormagen
Elfjährige in Schwimmbad sexuell belästigt

Dormagen: Elfjährige in Schwimmbad sexuell belästigt
Im Hallenbad Nievenheim, das von der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD) betrieben wird, kam es am vergangenen Samstag zu dem sexuellen Übergriff auf zwei junge Mädchen. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Die Kriminalpolizei hat am Mittwoch einen Jugendlichen festgenommen. Ihm wird der sexuelle Übergriff im Nievenheimer Hallenbad gegen zwei elf Jahre alte Mädchen vorgeworfen. Nach Angaben der Stadt handelt es sich um einen Flüchtling. Von Klaus D. Schumilas

Die Stadt spricht von einem "schrecklichen Vorfall". Nach ihrer Angabe handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen jugendlichen Flüchtling. Die Kriminalpolizei hat den Jugendlichen am Mittwoch festgenommen. Er räumt laut Polizei den Tatvorwurf "im Wesentlichen" ein. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde er einem Haftrichter in Neuss vorgeführt, der ihn in Untersuchungshaft schickte.

Die beiden betroffenen Mädchen haben sich am vergangenen Samstag auf den Besuch im Nievenheimer Hallenbad gefreut. Was sie aber an jenem Tag erleben mussten, hat die beiden Mädchen bis heute verstört und geschockt: Als sie in Richtung Umkleidekabinen gehen, weil sich der Spielnachmittag dem Ende zuneigt, soll ihnen der Jugendliche gefolgt sein. Unter der Dusche soll der Jugendliche die beiden Elfjährigen "über der Badebekleidung unsittlich berührt" haben, wie es in der gestrigen Pressemitteilung der Polizei heißt.

Die Mädchen wenden sich hilfesuchend an die Schwimmaufsicht, die "schließlich die Polizei informierte", so heißt es im Polizeibericht. Polizei und Staatsanwaltschaft machten keinerlei Angaben zur Herkunft des Tatverdächtigen. "Es handelt sich nicht um einer Vergewaltigung im engeren Sinne gleich zu setzende schwere Sexualstraftat", so Staatsanwalt Christoph Kumpa. "Der Tatverdacht richtet sich gegen einen Minderjährigen. Da gilt es, das schutzwürdige Interesse des Betroffenen und das der Öffentlichkeit abzuwägen."

Die Stadt Dormagen teilte hingegen Alter und Nationalität des Jugendlichen mit und erklärte, der Tatverdächtige sei ein Flüchtling, der seit November in Dormagen lebe und vorher in keiner Weise auffällig geworden sei. Der Jugendliche wurde nach Bekanntwerden des Vorfalls laut Stadt durch das Jugendamt "unverzüglich in eine Einrichtung außerhalb von Dormagen unter ständige Aufsicht gestellt". Nach Informationen unserer Redaktion wohnte er die Tage bis zu seiner Festnahme in Neuss.

Robert Krumbein, Erster Beigeordneter der Stadt Dormagen, sagte am Mittwoch: "Der Hallenbadbesuch war ihm erlaubt worden, nachdem er zuvor bei solchen Besuchen begleitet und auch genau darüber aufgeklärt worden war, was dort erlaubt ist und was nicht. Wenn er die Mädchen unsittlich berührt hat, dann muss ihm bewusst gewesen sein, dass er damit gegen geltendes Recht in Deutschland verstößt. Für ein solches Verhalten kann es keine Entschuldigung und keine Toleranz geben."

Mutmaßungen, wonach die Badeaufsicht verspätet die Polizei informiert habe, wies Krumbein zurück. Nach Angaben der Bäderfachkraft haben sich die Mädchen mit dem Hinweis an sie gewandt, dass ein Mann in der Frauendusche sei. Dafür fand sie beim Nachsehen keine Bestätigung. "Mehr haben die Mädchen zunächst nicht erzählt", so Krumbein. Erst bevor sie nach Hause gingen, berichteten sie von dem Übergriff, woraufhin sofort die Polizei verständigt wurde.

Quelle: NGZ
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