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Dormagen
Eltern fordern Mensa für BvA-Gymnasium

Dormagen: Eltern fordern Mensa für BvA-Gymnasium
Schulpflegschaftsvorsitzende Marion Merks ist nicht begeistert davon, wie viele Schüler ihre Pausen verbringen müssen. Sie erwartet, dass das Thema Mensa intensiv auch in der Politik beraten wird. FOTO: Bernd Rosenbaum
Dormagen. Die Schüler des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums können kein warmes Essen in einem geeigneten Raum einnehmen. Die Schulpflegschaft appelliert an Politik und Verwaltung. Aus dem Rathaus kommen Signale, dass sich etwas tun wird. Von Klaus D. Schumilas

Wenn Marion Merkes die Schilderungen ihrer Tochter Katharina hört, versteht sie die Welt nicht mehr: "Schüler, die in der Mittagspause im Treppenhaus auf den Stufen sitzen, um ihre Butterbrote zu essen - das darf doch nicht wahr sein." Die Schulpflegschaftsvorsitzende des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums fordert, dass an der Schule - endlich - eine Mensa eingerichtet wird. "Viele Schüler sind mehrmals in der Woche bis in den Nachmittag hinein an der Schule. Da sind entsprechende Räumlichkeiten, in denen sie sich aufhalten können, eine Selbstverständlichkeit." Sie wäre durchaus für eine Umwandlung in ein Ganztags-Gymnasium, die eine komplette Mensa beinhalten würde. Eine Diskussion, die an der Schule allerdings kontrovers geführt wird. Auf die Tagesordnung der nächsten Schulkonferenz nach den Ferien wird Merkes dieses Thema gleichwohl platzieren.

Schulleiter Theodor Lindner schildert die aktuelle Situation noch drastischer: Schüler, die sich in den Pausen, vor allem mittags, bei einem Discounter oder in der Filiale einer Fastfoodkette Essen kaufen, "oder gleich eine Pizza zur Schule bestellen". Für Lindner eine haltlose Situation: "Wir wollen bei uns gesundes Mittagessen anbieten - es muss so sein, dass wir das können." Er denkt dabei nicht an den aufwendigen und teuren Bau einer Mensa, in der das Essen frisch zubereitet wird. "Benötigt wird ein vernünftiger Multifunktionsraum, der auch für Versammlungen genutzt werden kann und der rund hundert Menschen Platz bietet." Dort könne auch mittags Essen angeliefert werden - zum Beispiel durch den Caterer, der auch die benachbarte Sekundarschule bedient. Ein Knackpunkt auf dem Weg zu einer "richtigen" Mensa ist die Verknüpfung mit der Einführung des Ganztags. Nach Angaben der Beigeordneten Tanja Gaspers wurde dies im Verwaltungsvorstand des Rathauses so festgelegt. "Es geht bei diesem Thema auch um viel Geld." Gleichwohl werden die Nöte der Schüler gesehen. So lässt Gaspers nach eigenen Angaben derzeit prüfen, ob es auch eine kleinere "ad-hoc-Lösung" geben kann: Danach könnte der leer stehende Raum, die ehemalige Bibliothek, die ungefähr die zwei- bis dreifache Größe eines Klassenraumes hat, genutzt werden. "So wie er ist", so Gaspers. Dort könnte dann auch fertig gekochtes Essen angeliefert werden. "Über diese Möglichkeit werde ich jetzt Schule und Elternvertretung informieren." Dieses Thema ist eingebettet in die Planungen für eine neue Aula. Auch die soll multifunktional sein und dort wird mitgeprüft, inwieweit eine Küche bzw. eine Anlieferungsmöglichkeit für ein Catering sinnvoll ist. "Wir wollen beides, Aula und Mensa, vernünftig verknüpfen."

Würde sich die Schule entschließen, den Ganztag einzurichten, "gäbe es eine klarere Situation", so Gaspers. Und Landeszuschüsse für eine Mensa. Laut Marion Merks ist die Mehrheit der Eltern für die Umwandlung. Auch Schulleiter Lindner wirbt dafür. Doch in Lehrerkreisen sind offenbar längst nicht alle Kollegen von den Vorteilen überzeugt.

Quelle: NGZ
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