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Dormagen
"Engel der Kulturen" im Raphaelshaus

Dormagen: "Engel der Kulturen" im Raphaelshaus
Der "Engel der Kulturen", eine große Skulptur aus Stahl, stand im Mittelpunkt einer Prozession über das Gelände des Raphaelshauses. Bei dem Kunstprojekt geht es um Toleranz und Verständigung. FOTO: Raphaelshaus
Dormagen. Die rollende Skulptur ist Hauptbestandteil eines Kunstprojektes, das für den Dialog zwischen den Kulturen und Religionen wirbt. 200 Menschen - Kinder, Jugendliche und Erwachsene - waren in dem Jugendhilfezentrum dabei. Von Stefan Schneider

Für Einrichtungsleiter Hans Scholten ist es "ein Symbol, welches wie kein zweites zu unserer Flüchtlingsgruppe und zu unserem Leben im Raphaelshaus passt". Es geht um den "Engel der Kulturen", eine große Stahlskulptur, die die Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam mit in einen Ring gefassten Kreuz, Davidstern und Halbmond vereint. Sie soll für den Dialog und das Verständnis zwischen den Kulturen und Religionen werben. Initiatoren des Projektes sind die Künstler Gregor Merten und Carmen Dietrich aus Burscheid im Rheinisch-Bergischen Kreis. Jetzt war der "Engel der Kulturen" auf seinem Weg durch diverse Städte und Länder im Dormagener Raphaelshaus zu Gast. Denn auch dort gibt es Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichem Glauben und unterschiedlichen Nationalitäten. Die Abrahamgruppe für unbegleitete Flüchtlinge steht exemplarisch für die Förderung der Integration in dem Jugendhilfezentrum an der Krefelder Straße.

200 Kinder, Jugendliche und Erwachsene, darunter auch Gäste, waren bei der Aktion im Raphaelshaus dabei; die Leitung hatte Pfarrer Joachim Windolph übernommen. "In der Schule und in den Gruppen im Raphaelshaus wurde das Projekt wochenlang mit inhaltlichen und künstlerischen Elementen vorbereitet", berichtete Hans Scholten. Alle Teilnehmer hätten sich am Reitstall des Raphaelshauses getroffen. Von dort war die Prozession gestartet - sogar die Tiere aus der Einrichtung waren mit über den Raphaelsweg gezogen.

Vorneweg rollte mit Hilfe von Kindern und Jugendlichen die große Stahlskulptur. An drei Stellen wurde sie auf den Boden gelegt und mit weißem Quarzsand ausgefüllt. Wieder aufgenommen, hinterließ sie eine Bodenintarsie mit dem Symbol des Engels sowie von Davidstern, Kreuz und Halbmond.

An der ersten Station, an der auch der Stolperstein für den ermordeten jüdischen Jungen Rudi Euteneuer liegt, gedachten die Anwesenden des Judentums. Worte aus der Tora und ein jüdisches Lied bekräftigten die Verbundenheit zu den jüdischen Wurzeln. Die zweite Station galt dem Christentum. Vor dem Haupthaus und in der Nähe des Mühlsteinbrunnens entstand das zweite Sandsymbol. Das "Vater unser", ein Abschnitt aus dem Neuen Testament und ein Lied bekräftigten auch hier wieder das Gedenken. Die dritte Station war die Abrahamgruppe selbst. Junge Syrer und Afghanen sprachen Gebete aus dem Koran in ihrer Muttersprache und übersetzten sie für die Anwesenden.

Höhepunkt war die Verlegung eines dauerhaften Bodenreliefs auf dem Schulhof. Es ist Tradition der Künstler, dass jeweils der Engel der Kulturen für die nächste Station (Bocholt) mit dem Schneidbrenner aus einer Stahlplatte ausgeschnitten wird. Daran beteiligten sich Mädchen und Jungen genauso wie Gäste, Pädagogen und Leitungskräfte der Einrichtung. "Für alle war es ein bewegender Augenblick, als der Engel der Kulturen mitten auf dem Schulhof in den Boden verlegt wurde", urteilte Hans Scholten.

Quelle: NGZ
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