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Dormagen
Erbentag: Deichgebühr für Stromkästen und Industrie

Dormagen: Erbentag: Deichgebühr für Stromkästen und Industrie
FOTO: Tinter Anja
Dormagen. Bisher werden für die Deichgebühr technische Masten, Verteiler- und Stromkästen, Straßenlaternen und Industrieanlagen entlang des Rheins nicht herangezogen. Das soll sich ändern, wenn es nach dem Willen des Erbentags, des Spitzengremiums des Deichverbandes Dormagen/Zons, geht. "Auch diese technischen- und Industrieanlagen werden durch den Deich vor Hochwasser geschützt, daher sollen ihre Besitzer nach einer Satzungsänderung ebenfalls Gebühren zahlen", erklärt Deichgräf Reinhard Hauschild die "Bemühungen um Gebührengerechtigkeit" im Vorfeld der Deichsanierung. Deren Kosten liegen nun bei knapp 60 Millionen Euro, wozu das Land NRW einen Förderbetrag von 40 bis 80 Prozent leistet.

Auch die Besitzer von Straßen in Stürzelberg, Zons und Rheinfeld sollen stärker einbezogen werden. "Da orientieren wir uns an Nachbar-Deichverbänden", weist Hauschild auf die "bei uns deutlich zu niedrigen Gebühren" hin.

Die vom neuen Erbentag angestrebte Erweiterung des Verbandsgebietes soll jedoch vorerst nicht vorangetrieben werden. Ein Gespräch bei der Bezirksregierung im Juli ergab, dass "mit zweidimensionalem Überströmungsmodell auf wissenschaftlicher Grundlage und gerichtsfest nachgewiesen werden müsste, dass weitere Gebiete der Stadt durch den Deich geschützt werden", so Hauschild: Das erfordere Zeit, großen technischen Aufwand und viel Geld. "Das steht in den nächsten zwei Jahren für uns daher nicht an."

Nach dem Zusammenbruch eines Gastes, der noch am selben Abend starb, bei der vorigen Erbentagssitzung beschloss der Deichverband den Kauf eines Defibrilators für das Feuerwehrgerätehaus in Zons. "Dann sind unsere Ehrenamtler bei Übungen und im Einsatz besser geschützt", sagt Hauschild.

(cw-)
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