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Dormagen
Erste neue Unterkünfte werden im März fertig

Dormagen: Erste neue Unterkünfte werden im März fertig
Robert Krumbein vor der Flüchtlings-Unterkunft am Wäldchen. Seit Ende Januar ist die Landes-Notunterkunft nun eine kommunale Einrichtung. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Flüchtlings-Unterbringung und Integrations-Fachbereich - die ersten 100 Tage als Erster Beigeordneter waren für Robert Krumbein intensiv. Von Carina Wernig

Dass die Flüchtlings-Unterbringung das alles beherrschende Thema der ersten Monate als Erster Beigeordneter sein würde, konnte Robert Krumbein bei seiner Wahl im Juni 2015 und bei seinem Amtsantritt am 1. Oktober in dieser Dimension noch nicht ahnen. "Die Integration bleibt eine Herausforderung", sagt der Solinger Ex-Beigeordnete, dem jetzt der neue Fachbereich Integration unterstellt ist. Mit dem Ergebnis für Dormagen ist Krumbein "sehr zufrieden": "Die Verwaltung hat schnell und effizient gearbeitet und mit hohem Einsatz dafür gesorgt, dass alle Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf erhalten." Insgesamt wünscht er sich mehr Zeit für die Entwicklung struktureller Ideen: "Der Blick für langfristige Stadt-Entwürfe darf nicht unter der Unterbringungsfrage leiden."

Knapp zwei Wochen später als geplant werden die ersten beiden neuen Unterkünfte an der Kieler Straße und am Horremer Sportzentrum fertig. "Ich rechne mit Mitte März, bis alles fertig ist, die weiteren drei neuen Unterkünfte folgen von April bis Juni", sagt Krumbein.

Die als Landes-Notunterkunft genutzte Turnhalle an der Beethovenstraße wird nach seiner Prognose im zweiten Quartal 2016 wieder für den Vereins- und Schulsport freigegeben. "Wir werden sie nach jetzigem Stand nicht kommunal weiter als Flüchtlings-Unterkunft betreiben, sondern sie wieder freigeben", erklärt Krumbein. Allerdings muss die Stadt Dormagen dann die 150 Plätze dieser Notunterkunft zukünftig als zugewiesene Asylbewerber-Plätze anderweitig vorhalten. Dazu kommen die 65 Plätze bei einem Bauern in Stürzelberg, die ab Ende Februar wieder für Saisonarbeiter genutzt werden, und die 40 Plätze im Anbau der Alten Schule in Hackenbroich: "Diese Plätze sehe ich auch eher übergangsweise", so Krumbein.

"Ich bin froh, dass wir mit den fünf vom Rat gebilligten Unterkünften und der momentanen Zuweisungs-Pause in Dormagen ein wenig Luft holen können", betont der Erste Beigeordnete. Behauptungen, die Stadt plane über den Bedarf hinaus, widerspricht Krumbein: "Wie Bürgermeister Erik Lierenfeld von Anfang an erklärt hat, wird die Planung den tatsächlichen Zahlen angeglichen und nur das gebaut, was auch wirklich benötigt wird." Die Prognose von 1200 neuen Flüchtlingen für 2016 werde überprüft.

Die Stadt werde neue Kräfte als Sozialarbeiter und Hausmeister einstellen, um die Flüchtlinge noch besser zu betreuen. Nun gehe es darum, aus der Notfall- in die Zukunftsplanung zu kommen, setzt Robert Krumbein große Hoffnung in den Integrations-Kongress am 5. März: "Da werden wir alle Bereiche von Integration beleuchten und vernetzen: Kita, Schule, Spracherwerb, Freizeit, Ausbildung, Arbeit", weist er darauf hin, dass dort gemeinsam Ideen entworfen und Projekte für und mit den Flüchtlingen angeschoben werden sollen.

"Ich hoffe auf eine Versachlichung der durch einige nachvollziehbare Ängste teilweise sehr aufgeheizten Diskussion, wenn die ersten neuen Unterkünfte stehen", so sein Ausblick.

Quelle: NGZ
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