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Dormagen
Etappensieg für den A 57-Anschluss

Dormagen: Etappensieg für den A 57-Anschluss
Aktuell ist Dormagen die einzige Anschlussstelle auf der A 57. Delrath soll in naher Zukunft der zweite sein und zu einer deutlichen Entlastung führen. FOTO: LBER
Dormagen. Die Firma GHC, die mit gefährlichen Gasen handelt, gilt nicht mehr als entscheidendes Hindernis auf dem Weg zum Autobahnanschluss Delrath. Entscheidend wird jetzt ein Gutachten sein, das die Verkehrszahlen dort prognostiziert. Von Klaus D. Schumilas

Es gab beim Thema Autobahnanschluss Delrath schon schlechtere Nachrichten. Zum Beispiel des TÜV Rheinland 2013, wonach es keine technisch praktikable Lösung für die Zufahrtsstraße zu dieser neuen Abfahrt geben kann, die entlang des "Störfallbetriebs" GHC liegt. Das bereits eingeleitete Planfeststellungsverfahren ruht derzeit, alles läuft nun auf eine Abwägung aller Umstände durch die Bezirksregierung hin. Und dabei zählen Zahlen.

Bis Jahresende soll per Gutachter ermittelt werden, wie hoch die Verkehrszahlen auf der Tangente in Delrath zur geplanten Auffahrt und auf dieser selbst sein werden. "Wir sind zuversichtlich, dass diese Zahlen positiv ausfallen werden", sagt Karsten Mankowsky, Umweltdezernent des Rhein-Kreises. Das würde dann bedeuten, dass das Verfahren wieder in Schwung und die Umsetzung des Anschlusses in Reichweite kommt.

Den Mitgliedern des Nahverkehrs- und Straßenbauausschusses des Rhein-Kreises wurde in dieser Woche der umfangreiche Schriftverkehr zwischen Landrat, Bezirksregierung und Stadt Dormagen auf den Tisch gelegt. Der dokumentiert denn auch die Entwicklung, die dieses Dauerbrenner-Thema genommen hat. Einen "Sieg" auf der langen Etappe wurde mit der Mitteilung der Bezirksregierung erreicht, wonach "kein zusätzliches immissionschutzrechtliches Fachgutachten" mehr notwendig ist, das den "Störfallbetrieb GHC (Gerling, Holz & Co) erneut bewerten würde. Dieses Risiko ist hinlänglich bekannt.

Deutlich interessanter und relevanter für die Entscheidungsfindung der Verantwortlichen in Düsseldorf sind jetzt die so genannte Seveso III-Richtlinie (dabei geht es auch um die Einhaltung von Sicherheitsabständen zu Firmen, die gefährliche Stoffe produzieren oder mit ihnen handeln) und die Verkehrszahlen. So spricht man von einem "störfallspezifischen Faktor", wenn eine Verkehrsstraße von über 100.000 Fahrzeugen am Tag befahren wird. Die Zielmarke, die mit Blick auf den geplanten Autobahnanschluss Delrath wichtig ist, ist die Klassifizierung als "nicht wichtiger Verkehrsweg" und weniger als 10.000 Kfz-Bewegungen täglich. "Wir rechnen mit einer Größenordnung von 20.000", sagt Mankowsky, was seiner Ansicht nach akzeptabel wäre. Straßen-NRW untersucht derzeit die Verkehrszahlen auf der A 57. Diese Zahlen liegen im nächsten Monat vor und werden die Basis sein für ein Verkehrsgutachten, das die Zahlen speziell für das Projekt Autobahnanschluss Delrath prognostizieren soll. Auftraggeber dieses Gutachtens ist RWE Power mit Blick auf die Entwicklung des interkommunalen Gewerbegebietes am Silbersee.

Natürlich sind Zufahrt und Anschluss für die Region eine wichtige Verkehrsverbindung, aber nicht im Sinne der Seveso-Richtlinie, so hofft man. Mankowsky: "Wir werden im Rahmen der Abwägung die Entlastung der Ortsteile, der Gewerbegebiete und der B 9 deutlich machen." Denn gerade Delrath und Nievenheim sowie die Bundesstraße 9 sind stark belastet und würden dies auch für ein neues Gewerbegebiet Silbersee sein.

Quelle: NGZ
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