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Dormagen
Ex-Werksleiter Walter Bayer ist gestorben

Dormagen. Von 1978 bis 1987 stand er in Dormagen in der Verantwortung. Er wurde fast 92 Jahre alt.

Die Dormagener Wirtschaftswelt ist um eine bedeutende und prägende Persönlichkeit ärmer. Der frühere Werksleiter der Bayer AG, Walter Bayer, ist am vergangenen Sonntag gestorben. Das teilte der Chemiekonzern gestern mit. Am 4. Januar wäre Walter Bayer 92 Jahre alt geworden.

Bayer war 1954 als 30-Jähriger in die Dienste des Unternehmens eingetreten. Die ersten Jahre seiner Laufbahn verbrachte der Wissenschaftler am Hauptsitz in Leverkusen. 1958 war er nach Angaben von Bayer-Sprecher Hans-Bernd Schmitz zur Erdölchemie (EC) gewechselt, wo er verschiedene Positionen innehatte. Am 1. Januar 1978 kehrte Bayer als Bereichsdirektor zur Bayer AG zurück. Nur vier Monate danach übernahm er die Leitung des Dormagener Werks (heute Chempark). Walter Bayer behielt diese Position bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im August 1987.

In diese Amtszeit fiel ein "schwarzer Tag" des Chemiekonzerns, der bundesweit für Schlagzeilen sorgte und Thema im Bundestag wurde. Am 7. November 1979 geriet im Dormagener Werk eine Anlage zur Herstellung von Pflanzenschutzmitteln in Brand. Dabei trat eine Wolke des Pflanzenschutzmittels Gusanthion aus. Das Vertrauen der Bevölkerung in die Chemieindustrie war erschüttert. Walter Bayer gelang es, dies mit konsequenter Öffnung des Werks, mit Tagen der offenen Tür und Einladungen an Medien, Politiker und Bürger, größtenteils zurückzugewinnen.

Im Ruhestand widmete sich Bayer historischen Studien und der Erforschung der Etymologie von Dormagen. Die Stadt verlieh ihm im Jahr 1987 die "Silberne Ehrennadel".

(ssc)
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