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Dormagen
Exoten bereichern Dormagens Pflanzenwelt

Dormagen: Exoten bereichern Dormagens Pflanzenwelt
Marc Pellekoorne von der Schutzgemeinschaft deutscher Wald zeigt einen Mammutbaum im Tannenbusch. FOTO: LOTHAR BERNS
Dormagen. Im Tannenbusch wachsen Mammutbäume und die bei Indianern heiligen Thuyas. Eine Würdigung zum heutigen "Ehrentag der Pflanze". Von Natalie Ryba

Für den Chempark ist Dormagen weithin bekannt. Für die Pflanzenwelt eher nicht - dabei gibt es in puncto Vielfalt hier eine Menge zu entdecken. "Obwohl der Rhein-Kreis-Neuss zu den waldärmsten Kreisen in NRW gehört, ist Dormagen die große Ausnahme", erklärt Marc Pellekoorne, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) in Dormagen.

Der Baumbestand in den Wäldern besteht zu 95 Prozent aus Laubholz und zu fünf Prozent aus Nadelholz - laut Pellekoorne ein sehr gutes Verhältnis. Denn Laubholz ist besonders wertvoll für die Möbelherstellung. Zu den bekanntesten Laubholzbäumen gehören Ahorn, Buchen und Hainbuchen. Doch im Tannenbusch sind auch Exoten wie die rötlichen Mammutbäume und die nach Zitronen duftenden Douglasien vertreten.

"Diese Bäume stammen ursprünglich aus Nordamerika. Doch bei uns herrschen ähnliche Bedingungen wie dort, und seitdem wir vor 40 Jahren die ersten Exemplare gepflanzt haben, haben sie sich prächtig entwickelt", erzählt Pellekoorne. Ebenfalls aus Nordamerika stammen die Thuya und die Küstentanne. Diese wurden vor Jahren in Hackenbroich gepflanzt und sind seitdem in Dormagens Wäldern vertreten.

Die Thuya gilt auch als heiliger Baum. Bei einer Aktion des Outdoor-Händlers "Globetrotter" wurden aus Nordamerika Indianer des Cowichan-Volkes nach Deutschland gebracht, um einen Totempfahl zu schnitzen. Diese traditionelle Handlung konnte nur mit einer Thuya vollzogen werden. Und da Dormagen der einzige Standort im Umkreis war, wo dieser Baum wächst, kamen 2013 Indianer in die Stadt und verbrachten fast zehn Wochen damit, einen acht Meter hohen Totempfahl zu schnitzen und anzumalen. "Sie ließen sich nicht aus der Ruhe bringen", erinnert sich Pellekoorne. Man merkte sofort, dass es ein spiritueller und kultureller Akt für sie war." In den prachtvollen Pfahl wurden Tiere geschnitzt, die in Nordamerika vertreten sind, auf der Spitze wurde ein Phönix platziert. Der Totempfahl steht im Garten des Kinderkrankenhauses Amsterdamer Straße in Köln.

Marc Pellekoorne arbeitet in Langenfeld als Informatiker, aber bereits seit seinem fünften Lebensjahr interessiert er sich für den Wald und die Pflanzenwelt. "Ich finde es schade, dass viele Kinder nur sehr bedingt über Bäume und Pflanzen unterrichtet werden. Vor kurzem hatte ich eine vierte Klasse, deren Schüler zum ersten Mal im Wald waren", erzählt er. "Meiner Meinung nach sollte der Tannenbusch nicht nur zur Erholung und Freizeit genutzt werden, sondern seinen Fokus noch mehr auf die Bildung legen."

Pflanzen seien alles andere als langweilig. "Eigentlich sind sie ziemlich clever. Verletzt man zum Beispiel einen Baum, so produziert er schnell eine Art Schutzwall und verhärtet seine Rinde", berichtet Pellekoorne.

Auch der Tintenfischpilz, der ursprünglich in Australien und Neuseeland beheimatet ist, gehört zu den Überlebenskünstlern. Der rote, sternförmige Pilz hat eine ganz besondere Verbreitungstaktik. Wird er zertreten, bleiben seine Sporen unbeschädigt an den Schuhen kleben und werden dadurch im ganzen Wald verteilt.

Quelle: NGZ
 
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