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Elmar Theveßen zu Gast bei der Adenauer-Stiftung.
Experte entschlüsselt den Terror

Elmar Theveßen zu Gast bei der Adenauer-Stiftung.: Experte entschlüsselt den Terror
Elmar Theveßen (M.) sprach in der BvA-Aula über islamistischen Terror. Christian Koecke (l.) moderierte, Minister Hermann Gröhe war Schirmherr. FOTO: G. Salzburg
Dormagen. Wie aus Unzufriedenheit, Ausgegrenztsein, wirtschaftlichen, persönlichen und gesellschaftlichen Benachteiligungen Hass und Terror entsteht, das führte ZDF-Terror-Experte Elmar Theveßen am Freitagabend beim "Dormagener Gespräch" der Konrad-Adenauer-Stiftung eindrucksvoll vor. Von Carina Wernig

Der stellvertretende Chefredakteur und Leiter der Hauptredaktion Aktuelles des ZDF sprach zwei Stunden lang vor mehr als 400 Besuchern in der Aula des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums über "Die herausforderung - Islamistischer Terror oder Kampf der Kulturen?"

Für Theveßen ist der Terror ganz klar "kein Kampf der Kulturen, das wollen uns die Extremisten - sowohl der IS als auch Neonazis Glauben machen." Islamistische Terroristen seien für ihn in erster Linie Kriminelle, die in der radikalisierten Religion die Rechtfertigung für ihre Taten suchen würden. Der Terror, der auch in Europa durch die Attentate so spürbar geworden ist, sei für ihn nur mit einer Mischung aus Militäreinsatz und Diplomatie zu bekämpfen: "Wir müssen dem islamistischen Terror den fruchtbaren Nährboden entziehen."

Die Integration der Flüchtlinge sieht Theveßen daher als große Herausforderung für die gesamte Gesellschaft, die dafür sorgen müsse, dass aus Flüchtlingen keine Terroristen werden: "Wir müssen sie fördern, das aber an knallharte Forderungen binden." Wer sich nicht daran hält oder gar kriminell werde, müsse mit Sanktionen rechnen, die dann auch durchgezogen werden müssten, wie Theveßen betonte. Er belegte, dass bei 12,7 Prozent Muslimen im Jahr 2050 nicht von "Islamisierung" gesprochen werden könne: "Das schürt nur Ängste." Für ihn ist Bildung "eine nationale Aufgabe", sprach er sich gegen Kultusministerien der Länder aus. Deutschland brauche pro Jahr sogar eine halbe Million Zuwanderer, um das Sozialsystem längerfristig am Leben zu erhalten: "Das kann aber nur gelingen, wenn wir ein Konzept haben."

Quelle: NGZ
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