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Dormagen
Experten zeigen kostbare Stücke

Dormagen. Zum 13. Mal trafen sich die Fliesen- und Keramik-Sammler im Kreismuseum. Von Vera Straub-Roeben

"Am Anfang einer jeden Sammelleidenschaft steht die Freude an der Ästhetik des Objekts", erklärt Ulli Hamburg aus Radevormwald. Er war einer von 19 Ausstellern aus ganz Deutschland, den Niederlanden und Belgien, die beim inzwischen 13. Sammlertreffen Keramik und Fliesen des Jugendstils im Kreismuseum Zons präsentierten. Außerdem ist er auch Ideengeber und Mit-Organisator dieser speziellen Veranstaltung.

Der pensionierte Lehrer für Latein und Griechisch kann nach mehr als vier Jahrzehnten des Sammelns auf eine stolze Anzahl an Jugendstil-Fliesen blicken: Rund 7000 Stücke befinden sich in seinem Besitz, dabei gibt es keine Fliese zweimal. "Ich wohne in einem wilhelminischen Haus mit hohen Decken. Etwa 1700 Fliesen befinden sich an den Wänden, den Rest lagere ich in Kisten und Kästen nach Firmen sortiert - denn irgendwann geht die Sammelleidenschaft über das rein ästhetische Vergnügen hinaus. Dann ist es auch historisch und sogar wissenschaftlich interessant", sagt Hamburg. Das findet auch Georg Uhlenbroich aus Kaarst, der gemeinsam mit seiner Frau die Stücke mitgebracht hat, von denen er sich trennen kann: Ein Art Déco-Topf aus dem Jahr 1926, ein echtes Unikat, dessen Wert er auf 900 Euro schätzt, oder eine Vase, die gut 400 Euro kostet. Zu jedem Stück kann er etwas erzählen, weiß, woher es kommt, wer Form und farbliche Anmutung gestaltet hat, aus welchem Jahr es stammt. Doch das kommt nicht von ungefähr: "Literatur ist alles, die muss man zuerst auch mal kaufen, um ein Verständnis für die Materie zu bekommen. Das und viele Museumsbesuche schulen das Auge für wahre Schätze", erklärt Uhlenbroich. Hin und wieder verleiht er sogar etwas aus seiner 400 Stücke umfassenden Sammlung an Museen. "Die Faszination bei der Keramik liegt in den Formen, den Glasuren und der Haptik", beschreibt er. Den Sammlertreff im Kreismuseum besucht er gerne: "Hier können wir fachsimpeln, uns mit anderen Sammlern austauschen, uns Anregungen holen - und natürlich kaufen und verkaufen."

"Wir haben viele Sammler, die ganz kostbare Stücke zeigen", weiß auch Anna Karina Hahn vom Kreismuseum Zons. Ursprünglich sollte das Sammlertreffen eine einmalige Veranstaltung sein, und dann auch lediglich mit Jugendstil-Fliesen. Doch inzwischen ist es ein Standbein des Museums, beliebt bei Kennern von nah und fern. "Einige Aussteller sind schon von Anfang an dabei", sagt Hahn.

Quelle: NGZ
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