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Dormagen
"Fahrplan" für Erinnerungsstätte unterzeichnet

Dormagen. Das Projekt erfordert einen langen Atem: Seit 1989 ist die Umsiedlung von Alt-Garzweiler abgeschlossen. Voraussichtlich ab dem Jahr 2025 - wenn die Tagebaufläche rekultiviert wird - soll eine Erinnerungsstätte errichtet werden, die das Bewusstsein für die Geschichte des Ortes wachhält. Zur Umsetzung dieses Projektes wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, zu der neben der Verwaltung der Gemeinde Jüchen Vertreter der RWE Power AG und der Interessengemeinschaft der Garzweiler Vereine gehören. Von Susanne Niemöhlmann

Zur Einbindung der Garzweiler Bürger fanden unter Federführung der IG Garzweiler zwei sehr gut besuchte Bürgerversammlungen statt. Deren Ziel war es, mit den Bürgern und Vereinen eine einvernehmliche Entscheidung über die Ausgestaltung der Erinnerungsstätte zu erzielen. Dabei sprach sich eine überwältigende Mehrheit von mehr als 90 Prozent der Bürger für eine zentrale Erinnerungsstätte im Bereich der alten Ortslage Garzweiler aus.

Auf Basis des nun feststehenden Konzeptes der Erinnerungsstätte unterzeichneten jetzt Vertreter der IG Garzweiler, der RWE Power AG und Bürgermeister Harald Zillikens eine Vereinbarung, die den weiteren Fahrplan zur Errichtung der Erinnerungsstätte festlegt. Auch wenn noch gut zehn Jahre Zeit sind, war es Bürgermeister Zillikens wichtig, diese Vereinbarung bereits jetzt zu treffen, "damit die Umsiedler die Erinnerung an den alten Ort Garzweiler an ihre Kinder und Enkelkinder weitergeben können". Die Vereinbarung sieht vor, dass die RWE Power AG in der Rekultivierung für die Gemeinde Jüchen eine etwa 2500 Quadratmeter große Fläche für die geplante Erinnerungsstätte bereit stellt. Federführend bei deren Errichtung ist die IG Garzweiler. "Im Sinne eines guten Nachbarschaftsverhältnisses unterstützen wir die IG Garzweiler bei der Errichtung gerne und tatkräftig", sagt Michael Eyll-Vetter, Leiter Bergbauplanung der RWE Power AG, Hilfe zu.

Die Instandhaltung und Pflege der Erinnerungsstätte übernimmt die Schützenbruderschaft Garzweiler nach einstimmigem Votum. "Hierdurch können verstärkt junge Leute einbezogen werden und dafür sorgen, dass die Erinnerung an Alt-Garzweiler fortbesteht", hofft Dieter Königs, Vertreter der IG Garzweiler. "Die Vereinbarung berücksichtigt das Konzept der IG und wird deshalb ganzheitlich mitgetragen."

Quelle: NGZ
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