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Dormagen
Farbenspiele im Phonomuseum

Dormagen. "Kulturbunt" bot ein Wechselspiel aus Musik, Tanz und Rezitationen. Von Franziska Gräfe

Der Künstlerkreis "Kulturbunt" ist eine feste Größe in der Kulturlandschaft der Stadt. Am Sonntag nun präsentierten sich rund ein halbes Dutzend Akteure unter dem Motto "Bewegtes Farbenspiel" vor rund 40 Gästen im Phonomuseum an der Bahnhofstraße. Marion Kührlings hatte das Wechselspiel aus Musik, Tanz und Rezitationen zusammengestellt und erklärte das Motto so: "Bewegung, Ausdruck und Farbe, beides spielt in der Malerei und im Tanz eine Rolle - und in beiden Kunstformen spiegelt sich das Leben in all seinen Facetten wider."

Tanz ist auch Kührlings' Element, was sie eindrucksvoll bewies: Ob beim Ausdruckstanz, bei dem sie die ganze Klaviatur der Emotionen bedient, oder als Verkörperung der Natur zum Spiel von Ulrich Czysch. Der ist Dormagenern besser bekannt als "Ulrico", Maler und D'Art-Juror, offenbart im Phonomuseum aber ein anderes Talent. Czysch spielt eigene Kompositionen auf der Blue Point Steel Harp, die aussieht wie eine übergroße Wokpfanne. Anregungen, erzählt der Zonser, finde er quasi vor der Haustür: "Ich setze mich hin und wieder in den Schlosspark oder Kräutergarten und lasse mich inspirieren." Eigenes bringt auch Zlatko Goertz zu Gehör. Seine teils expressionistisch anmutenden Texte spiegeln inneres Erleben wieder und eine tiefgründige Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Phänomenen. Das Programm profitierte auch von einer gelungenen Dramaturgie, die dem tiefgründigen konsequent Unterhaltsames zur Seite stellte. So wiegt und biegt sich Brigitte Seele zwischen zwei Wortbeiträgen sinnlich und gekonnt beim Schleiertanz zu orientalischen Klängen. Dann wieder trägt Gerti Malzkorn Gedanken des Mystikers Bernhard von Clairveaux vor. Die Fotografin Annette Gnidowski beschreibt die Jahreszeiten in Gedichten von Hölderlin und Eichendorff. Jungmusiker Aaron Dappen spielt auf der Geige "Stars Align", während aus den Boxen das Original von Lindsay Stirling tönt: Er montiert sein Spiel quasi über die Aufnahme. "Das ist halt Kulturbunt, man weiß vorher nicht, was rauskommt", schmunzelt Volkmar Hess, Hausherr im Phonomuseum. Zusätzliche Dynamik gewann das Programm durch das Fehlen von Anmoderationen vor den Auftritten, die dadurch wunderbar ineinanderflossen. "Wirklich schön", befand dazu auch der Ehrengast des Tages, der Maler Joachim Braatz.

Quelle: NGZ
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