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Dormagen
FDP: Musikunterricht auch durch Private

Dormagen: FDP: Musikunterricht auch durch Private
FOTO: Kreis Viersen
Dormagen. Die Liberalen wollen im Streit um die städtische Musikschule das Diskussionsangebot von Verdi annehmen. Unterstützung erhält die Gewerkschaft durch eine ehemalige Unterrichtskraft der Dormagener Einrichtung. Von Klaus D. Schumilas

Im Streit um die städtische Musikschule könnte eine öffentliche Diskussion zum Friedensgipfel zwischen der Gewerkschaft Verdi und der FDP werden. Beide Seiten sind in der Frage nach der Zukunft und inhaltlichen Auskleidung aneinander geraten. Während Verdi klar für den Erhalt, die Sicherung der festangestellten Lehrer und die Breite des Angebots eintritt, wollen die Liberalen dies bei der Suche nach Einspareffekten auf den Prüfstand stellen. Zwar will die FDP ein Angebot für eine Diskussion annehmen und in einen "konstruktiven Findungsprozess einsteigen", sagt aber in einem gestern verteilten offenen Brief, dass die Aussagen von Verdi "den Gestaltungsspielraum enorm eingrenzen", so Fraktionsvorsitzender Karlheinz Meyer, der auch private Musikschulen ins Gespräch bringt. Rückendeckung erhält die Gewerkschaft von einer ehemaligen Honorarkraft der Dormagener Musikschule.

Für Natascha Nitschke sind Musikschullehrer "hoch qualifizierte Arbeitskräfte, die in der Regel ein Hochschulstudium absolviert haben", so die Neusserin. "Neben dem zu erteilenden Instrumentalunterricht leisten wir Unterrichtsvor- und nachbereitung, Elterngespräche, Mitarbeit bei Veranstaltungen, die Teilnahme an Konferenzen, Vorbereitung auf Wettbewerbe und eine dortige Anwesenheit." Aber bezahlt werden sie, so Nitschke, als festangestellte Lehrer nur für die reine Unterrichtszeit nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes. "Diese Bezahlung ist ein Minimum, das nicht weiter unterschritten werden sollte. Und Honorarkräfte haben keinen Arbeitsnehmerschutz." Die Instrumentalpädagogin, die bei einem Zweckverband im Münsterland beschäftigt ist, weist darauf hin, dass Honorarkräfte oft über die gleiche Qualifikation wie festangestellte Musiklehrer verfügten, die gleiche Arbeit leisteten, aber schlechter bezahlt werden. An Musikschulen würden für 45 Minuten zwischen 20 und 25 Euro bezahlt. Natascha Nitschke ist überzeugt: "Eine Musikschule braucht ein funktionierendes Kollegium, Festangestellte haben eine höhere Identifikation." In der politischen Diskussion ist eine Übernahme bzw. Kooperation mit der Musikschule des Rhein-Kreises, um Kosten für die Stadt zu sparen. Davon ist Bürgermeister Erik Lierenfeld noch nicht überzeugt, weil er noch keine dementsprechenden Zahlen gesehen hat, wie er sagte. Aber das bislang breite Angebot müsse auf den Prüfstand.

Das Defizit von jährlich 650.000 Euro soll in drei Jahren um 150.000 Euro gesenkt werden. Dieser Effekt soll im Wesentlichen durch die Verringerung des Kursusangebots gelingen. Die FDP fragt daher, ob die Zahl an Einzelunterricht notwendig ist, um dem pädagogischen Ziel gerecht zu werden? Oder kann eine andere Verteilung der Angebote zwischen Neuss und Dormagen nicht auch zu einem guten Angebot führen? Können nicht einige der Angebote für private Musikschulen übernommen werden? Meyer: "In einer Veränderung liegt auch eine Chance." Für Musikpädagogin Nitschke durchaus in Ordnung: "Früher war der 45-minütige Einzelunterricht Standard, heute wird viel mehr in Gruppen unterricht. Das ist auch ok."

Quelle: NGZ
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