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Dormagen
FDP will Sozialwohnungen im Malerviertel

Dormagen. Die Stadt hält das grundsätzlich für möglich, empfiehlt aber eine vorgeschaltete Rahmenplanung fürs Soziale Wohnen. Zudem solle sich die Politik insgesamt äußern, ob sie gemischte Sozialstrukturen im Quartier wünscht. Von Stefan Schneider

Die FDP setzt sich für mehr Sozialwohnungen in Dormagen ein - "großflächig" und "anspruchsvoll", schreiben die Liberalen in einer jetzt übermittelten Pressemitteilung. Und der Parteivorsitzende Torsten Günzel sowie der Fraktionschef Karlheinz Meyer nennen auch einen konkreten Standort für die Verwirklichung ihres Vorschlags: das nördliche Malerviertel, Teilbereich B. Für eine Entwicklung dieses Areals hatte sich im Sommer auch die CDU ausgesprochen.

Grundsätzlich sei es möglich, dort geförderten Wohnraum zu schaffen, sagte Stadtsprecher Harald Schlimgen auf Anfrage unserer Redaktion: "Die Voraussetzung ist aber, dass die Politik einer Mischung unterschiedlicher sozialer Strukturen in diesem Bereich zustimmt." Damit, dass der Bedarf an kostengünstigen Wohnungen in Dormagen steigen wird, sei - nicht zuletzt aufgrund der Zuwanderung - zu rechnen. Die Stadtverwaltung empfehle aber als ersten Schritt eine vorgeschaltete Rahmenplanung fürs soziale Wohnen, fügte Schlimgen hinzu.

Ein Auslöser für den Vorstoß der FDP sei die nicht zustande gekommene geförderte Wohnungsbauentwicklung auf dem Grundstück der Alten Schule in Hackenbroich, schreiben die Liberalen: "Die FDP hatte lange versucht, dass ursprünglich geplante Konzept des geförderten Wohnungsbaus zu realisieren. Diese Chance wurde aufgrund von Bürgerprotesten und fehlenden Mehrheiten leider nicht genutzt." Anwohner und auch die CDU hatten sich gegen die Pläne für Hackenbroich gewehrt.

Beim Malerviertel wollen die Liberalen die Christdemokraten aber möglichst schnell mit ins Boot holen, ebenso das Zentrum. FDP-Fraktionschef Karlheinz Meyer hat dies als nächsten Schritt bereits angekündigt. "Diese große Chance für Dormagen wollen wir frühzeitig geschickt und im breiten Konsens gestalten lassen", teilte Meyer mit. Der Parteivorsitzende Torsten Günzel betonte unterdessen die Bedeutung des geförderten Wohnungsbaus. "Soziale Wohnraumförderung ist ein wichtiges Instrument, damit auch weniger einkommensstarken Familien attraktiver Wohnraum zur Verfügung gestellt werden kann. Dabei erreichen solche geförderten Wohnräume heute eine hohe Attraktivität, und es lassen sich anspruchsvolle, auch sehr ansprechend gestaltete Quartiere schaffen", urteilte Günzel. Die Pläne der Liberalen: Die Entwicklung des nördlichen Malerviertels soll über Gestaltungskonzepte und Festschreibungen forciert werden. Zudem soll das Thema Digitalisierung berücksichtigt werden, u.a. mit schnellen Internetzugängen.

Nach Angaben der Stadt gibt es zurzeit in Dormagen einen Gesamtbestand von 883 Sozialwohnungen. Die meisten davon befinden sich in Horrem, Rheinfeld und Nievenheim. Ein großer Vermieter ist die Baugenossenschaft Dormagen. Sie verfügt in Dormagen, Neuss und Rösrath über 457 Sozialwohnungen (Gesamtbestand: 2436 Wohnungen). Die inzwischen ebenfalls in der Chemiestadt aktive Noratis GmbH hält nach eigenen Angaben derzeit keine Sozialwohnungen vor.

Quelle: NGZ
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