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Dormagen
Fest-Beeinträchtigung durch neues Asylheim befürchtet

Dormagen. Hinter dem Nievenheimer Schützenplatz, neben dem Sportplatz, soll in der zweiten Jahreshälfte eine temporäre Unterkunft für 100 Asylbewerber in Holzrahmenbauweise errichtet werden. Das wäre die dritte von vier in Nievenheim geplanten Flüchtlingsunterkünften für 2016. Von Carina Wernig

Der Bruderschafts-Vorstand um Brudermeister Detlef Spitzenberg hatte Bürgermeister Erik Lierenfeld daher als Redner zur Generalversammlung zu "Manes am Bösch" eingeladen.

Engagiert und ohne Aggressivität diskutierten die Schützen über ihre Befürchtungen, ihr Festablauf und die rund 150 Feiern pro Jahr im Schützenhaus würden durch Beschränkungen zum Schutz der neuen Nachbarn beeinträchtigt. "Die Flüchtlinge werden die Feiern nicht verhindern. Wir begutachten den Lärm und ergreifen Schutz-Maßnahmen wie Hecken und Mauern, wenn nötig", so Lierenfeld. Die auf höchstens sechs Jahre ausgerichtete Unterkunft, die weit vom Schützenplatz entfernt sei, werde danach abgebaut, erklärte der Bürgermeister: "Am Schützenplatz soll kein neues Baugebiet entstehen."

Den 125 Schützen erläuterte der Bürgermeister die Pflicht, die zugewiesenen Flüchtlinge unterzubringen: "Wir haben keine Möglichkeit, sie abzulehnen." Das Ziel sei eine Verteilung auf das ganze Stadtgebiet, ohne weitere Turnhallen zu nutzen. Wenn die Flüchtlingszahlen wider Erwarten stark zurückgehen würden, würden nicht alle Baupläne umgesetzt, betonte Lierenfeld: "Wir bauen nur das, was nötig ist."

Brudermeister Spitzenberg hatte bei der Bürgerversammlung Anfang Dezember geäußert, er selbst könne diese Lösung akzeptieren. Seine Frage nach der Sicherheit beantwortete der Bürgermeister so: "Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nie. Wir wollen mit der Polizei für größtmögliche Sicherheit sorgen." Vor jeder größeren Veranstaltung werde mit Polizei und Ordnungsamt über eine Aufstockung der Kräfte diskutiert. Er sehe keine Notwendigkeit für die Bruderschaft, ihren eigenen Sicherheitsdienst aufzustocken. Zudem stelle die Stadt neue Sozialarbeiter und Hausmeister für die neuen Unterkünfte ein. Im Willkommens-Zentrum sollen die Flüchtlinge mit ersten Sprach- und Kultur-Hinweisen ausgestattet werden: "Wir erklären ihnen das Grundgesetz und unsere Werte." Auch ehrenamtliche Paten - zurzeit über 120 - kümmern sich permanent um die Flüchtlinge. Finanziert würden die neuen Unterkünfte komplett von Bund und Land.

Quelle: NGZ
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