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Dormagen
Flüchtlinge danken Dormagenern für Hilfe

Dormagen: Flüchtlinge danken Dormagenern für Hilfe
Die Organisatoren (unten, v.l.) George Batawilli (MHD), Bürgermeister Erik Lierenfeld, Beigeordnete Tanja Gaspers, Wiljo Katers (Soziales Wohnen) informierten bei der Bürgerversammlung über die Notunterkunft. FOTO: Salz
Dormagen. In einer Bürgerversammlung informierte die Stadt über den baldigen Wechsel in der Notunterkunft an der Beethovenstraße. Von Carina Wernig

Gestern war ein "Mobiles Team" der Bezirksregierung Arnsberg in der Landes-Notunterkunft an der Beethovenstraße, um die noch fehlende Registrierung der 144 dort untergebrachten Flüchtlinge vorzunehmen. "Erst dann können sie als Asylbewerber auf Einrichtungen in anderen Städten verteilt werden", erklärte Bürgermeister Erik Lierenfeld gestern Abend bei der Bürgerversammlung für Anwohner in der Realschule am Südpark, in deren Turnhalle bis zu 150 Flüchtlinge seit 27. Juli im Auftrag des Landes untergebracht sind. "Wir gehen davon aus, dass nun kurzfristig ein Wechsel stattfindet und einige der Flüchtlinge in den nächsten Tagen die Unterkunft verlassen", so Lierenfeld.

Mit der Beigeordneten Tanja Gaspers und Wiljo Katers, dem Leiter des städtischen Bereichs "Soziales Wohnen" erläuterte der Bürgermeister gestern vor knapp 50 Zuhörern, darunter einige Flüchtlinge und ihre Dolmetscher, die Situation in der Landesaufnahmestelle, die vor sechs Wochen innerhalb von acht Stunden auf Amtshilfeersuchen für das Land eingerichtet werden musste. "Trotz aller Kurzfristigkeit funktioniert alles gut", sagte Lierenfeld und bedankte sich bei den Mitarbeitern der Stadtverwaltung, den Hilfskräften und den Ehrenamtlichen für ihre Arbeit und Unterstützung. Wie lange die "zunächst bis 15. Oktober angeforderte" Notunterkunft bestehen bleibe, wisse die Stadt nicht, so Lierenfeld: "Ich persönlich gehe fest davon aus, dass sie auch im neuen Jahr noch besteht." Darüber hinaus rechne er angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen mit einer zweiten solchen Notunterkunft in Dormagen. Eine "Task Force" der Stadt mit Feuerwehr, Bauaufsicht und Architekt habe sich vorbereitend weitere Objekte angeschaut. "Bei einigen ist eine solche Unterkunft grundsätzlich möglich, aber wir werden erst weiter tätig, wenn wir den Auftrag erhalten", so der Bürgermeister.

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Auch einige Flüchtlinge selbst berichteten von ihrer guten und freundlichen Aufnahme durch die Dormagener und dankten für die Hilfe: "Ich bin sehr gut aufgenommen worden", erklärt ein junger serbischer Lehrer. Eine 35 Jahre alte syrische Mutter wünscht sich mehr Sprach-Hilfen: "Kommunikation ist das wichtigste", sagte sie auf Englisch. Ein syrischer Journalist dankte für das Willkommen und die Hilfe - und bat nur um eins: die schnelle Bearbeitung des Asylantrags: "Ich möchte, dass meine Kinder bald zur Schule gehen können." Denn so lange ihr Asylverfahren nicht läuft und sie nicht in ihrer endgültigen Unterkunft sind, werden die Kinder der Flüchtlinge nicht unterrichtet.

Kritik an übereifrigen Sicherheitsleuten, die freiwillige Helfer abwiesen, oder fehlender Kopfkissen für Bewohner nahm George Batawili vom Malteser-Hilfsdienst, der die Organisation der Unterkunft am 1. September von der Stadt übernommen hat, entgegen und erklärte, der Ablauf werde weiter überprüft und optimiert: "Wir wollen das Beste erreichen, müssen aber auch auf Sicherheit und Hygiene achten."

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Nach dem Kurzfilm von Andreas Kranz über die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe, der auch einen Blick in die mit massiven Trennwänden ausgestattete Turnhalle erlaubte, konnten die Bürger Fragen rund um die Flüchtlinge stellen.

Quelle: NGZ
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