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Dormagen
Flüchtlinge freuen sich über Fahrräder

Dormagen: Flüchtlinge freuen sich über Fahrräder
Vier der 26 neuen Fahrradbesitzer mit ihren Schenkungspaten von Hydro, Leibniz-Gymnasium, Stadt Dormagen und Caritasverband. FOTO: A. Tinter
Dormagen. Caritas, Stadt, Hydro und Leibniz-Gymnasium kooperieren für soziales Projekt. Von Carina Wernig

Sie haben zum Teil noch nie auf einem Fahrrad gesessen, anderen sind die Verkehrsregeln fremd - gestern lernten 26 Flüchtlinge auf dem Schulhof der Sekundarschule vom ADAC, wie sie unter anderem mit Einbahnstraßen und Stoppschildern umgehen müssen. Denn seit gestern sind sie - zum Beispiel aus Syrien oder Nigeria stammend - mobil in Dormagen unterwegs - mit Hilfe des Projektes "Runde Sache für neue Nachbarn". Koordinator Dirk Jünger, Leiter Soziale Dienste der Caritas, fasst zusammen: "So kann Integration gut gelingen."

Angeregt durch ein Projekt in Köln, hatte Norbert Kallen, Vorsitzender des Caritasverbandes Rhein-Kreis Neuss, Anfang des Jahres für die Dormagener Radstation eine solche Aktion vorgeschlagen: "Die Zusammenarbeit mit der Stadt Dormagen, dazu mit den Jugendlichen von Hydro und dem Leibniz-Gymnasium war eine glückliche Fügung", sagt Kallen. In der Radstation am Dormagener Bahnhof konnten die von Privatleuten gespendeten Räder aufbereitet und verkehrssicher gemacht werden.

Auch die Jugendlichen machten begeistert mit, wie Eliana Blömacher, Mittelstufenkoordinatorin des Leibniz-Gymnasiums, erklärt: "20 unserer Schüler haben sich an dieser tollen Aktion beteiligt, die gut zu unserer Schule passt." Das "Leibniz" ist eine "Schule gegen Rassismus". Mit viel Spaß haben die Jugendlichen an den Rädern geschraubt und unter fachlicher Anleitung gelernt, Räder verkehrstauglich zu machen. Den sozialen Aspekt des Projektes stellte Katrin Wannemacher von Hydro Aluminium heraus: "Im September starten wir mit einem Sozial-Programm, bei dem sich unsere Azubis sozial engagieren. Das ist ein guter Auftakt."

Dank der Stadt Dormagen, die auch die Kosten für Fahrradschlösser übernommen hat, können die neuen Radbesitzer nun unbesorgt durch Dormagen fahren. "Sie sind jetzt mobil und können am gesellschaftlichen Leben besser teilhaben", sagt Martina Hermann-Biert, Leiterin des Fachbereichs Jugend, Soziales, Wohnen und Schule. Schenkungsurkunden stellen sicher, dass die Räder nun den Flüchtlingen gehören, die auf ihren neuen Fortbewegungsmitteln schon eifrig ihre Runden auf dem Schulhof drehten. "Ich freue mich sehr", ließ Yasser Yousef übersetzen.

Quelle: NGZ
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