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Dormagen
Flüchtlinge: Helfer müssen warten

Dormagen. Stadt schafft es derzeit nicht, alle Helfer für Flüchtlingsbetreuung einzusetzen. Von Klaus D. Schumilas

Es sind enorme Belastungen, die aus dem Flüchtlingsstrom auch für die Verantwortlichen im Dormagener Rathaus erwachsen. In eindringlichen Worten erzählte dies Erster Beigeordneter Robert Krumbein und die Jugendamtsleiterin Martina Hermann-Biert den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses. Die Lage ist so dramatisch, dass Interessierte, die sich ehrenamtlich um Flüchtlinge kümmern wollen, zurzeit nicht zum Zuge kommen. "Wir müssen uns verwaltungsintern erst entsprechend aufstellen", so Krumbein. Martin Voigt (SPD) zeigte zwar Verständnis, sagte aber auch: "Für denjenigen, der helfen will, ist es schwierig zu verstehen, warum es dauert, bis er eingesetzt wird." Bernd Gellrich, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes im Rhein-Kreis, bestätigte die Verwaltung: "Jeder Ehrenamtliche bindet Zeit. Wir sind derzeit stark mit Basisdingen befasst. Momentan ist weniger mehr."

Die Professionalisierung, auch im Zusammenspiel mit den großen freien Trägern, die die Stadt bei der Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge unterstützen, hat aktuell Vorrang. "Wir brauchen ein Netz von Ehrenamtlichen", so Krumbein, "aber das hauptamtliche Rückgrat muss bei der Stadt liegen." Dort geht es auch um die Aufstockung des Personals. Zurzeit gibt es anderthalb Sozialarbeiterstellen - das ist nicht üppig. Intern geht es um drei große Aufgabenblöcke: die Kitaplanung, der Spracherwerb von Flüchtlingen und der Kontakt mit dem Jobcenter, um zu erfahren, "wie wahrscheinlich eine Jobvermittlung an Flüchtlinge ist."

Krumbein rechnete vor: 14 Millionen Euro hoch ist der Gesamtaufwand für die Flüchtlinge, weil die Mittel vom Land kommen, "gibt es keine negativen Auswirkungen für den städtischen Haushalt". Gerechnet wurde diese Zahl auf der Bais von einer durchschnittlichen Flüchtlingszahl von 1400 im nächsten Jahr. "Werden es 3000, dann wird es einen Nachtragshaushalt geben."

Aktuell sind fünf minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge in Dormagen untergebracht, "auch für die bekommen wir alle Kosten ersetzt", sagt Hermann-Biert. Um die Betreuung kümmert sich das Diakonische Werk, "ein starker Partner", betont Krumbein. Auf die Zahl der Flüchtlingskinder muss die Verwaltung reagieren, weil diese ein Recht auf einen Kitaplatz haben. "Mit der heutigen Gruppenzahl kommen wir nicht mehr hin", so Hermann-Biert. Zwei, drei neue sind notwendig. Ob das bedeutet, dass sogar ein neuer Kindergarten gebaut werden muss, ist noch offen. "Unser Ziel muss es sein", sagt Ausschussvorsitzender Jo Deußen, "ihre Unterbringung sicherzustellen."

Quelle: NGZ
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