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Dormagen
Flüchtlinge sollen in Holzhäusern wohnen

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können
Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai
Dormagen. Die Stadt setzt auf Fertighäuser, um für die steigende Zahl an Asylbewerbern eine Unterkunft vorhalten zu können. An neun Standorten sind Flüchtlingseinrichtungen geplant, darunter ein "Willkommens-Center" in Nievenheim. Von Carina Wernig

Die Verwaltung hat neun Standorte für 2016 einzurichtende Flüchtlings-Unterkünfte im ganzen Stadtgebiet benannt. "Wir rechnen insgesamt mit 1378 bis 2778 Flüchtlingen bis Ende 2016", erklärte Bürgermeister Erik Lierenfeld am Dienstagabend im Hauptausschuss. Angesichts zurzeit 811 Plätzen, davon 461 länger in Dormagen bleibende Asylbewerber, reiche das bisherige Angebot in den sechs städtischen Wohnheimen auch bei Anmietung weiterer Wohnungen bei weitem nicht aus: "Wir kommen nicht umhin, mehrere dezentrale Unterbringungen im ganzen Stadtgebiet zu errichten", weist Lierenfeld darauf hin, dass möglichst alle Stadtteile miteinbezogen werden, um die zugewiesenen Menschen, die in den vergangenen Wochen meist aus Kriegsgebieten im Nahen Osten oder Afghanistan kommen, unterzubringen.

Von den neun Standorten, die laut der Verwaltungs-Lagekarte im kommenden Jahr zu verwirklichen sind, liegen vier in Nievenheim: Die Friedhofserweiterungsfläche in der Nähe der Neusser Straße (150 Plätze), an der Pankratiusstraße (100), Am Schützenplatz (100) und in der Verlängerung der Fläche an der Conrad-Schlaun-Straße in Nievenheim ein "Willkommens-Center", wie Lierenfeld ausführte: "Dort sollen bis zu 150 zugewiesene Asylbewerber erst einmal betreut werden, bevor entschieden wird, auf welche Einrichtung sie verteilt werden."

FOTO: Präsentation Stadt Dormagen

In Gohr käme eine Fläche am Weidenstraßweg (100 Plätze) schon 2016 in Frage, während zum Beispiel der Standort auf der Friedhofserweiterungsfläche nicht im nächsten Jahr umzusetzen wäre. In Straberg wäre die Friedhofserweiterungsfläche für 80 Plätze geeignet. Am Sportplatz Delhoven könnten 100 Plätze geschaffen werden, ebenso auf dem Sportplatz Hackenbroich (100), wo das nicht mehr benötigte Baseballfeld in Frage kommt. In Rheinfeld könnte eine weitere Unterkunft "Auf'm Pohlacker" (100) entstehen.

Angedacht ist die Anmietung beispielsweise von Holzfertighäusern, die preiswert einen guten Wohnstandard sichern und später schnell verlagert und in Bürger- und Seniorenbegegnungsstätten oder sozialen Wohnungsbau umgewandelt werden können, so die Verwaltung. "Diese Realisierungsart prüfen wir zurzeit verwaltungsintern", hatte Kämmerin Tanja Gaspers erläutert.

Fotos: Traglufthalle für Flüchtlinge in Düsseldorf aufgebaut FOTO: dpa, fg jai

Weiterhin im Gespräch ist die mögliche Landes-Einrichtung für 500 Flüchtlinge am Wahler Berg, ansonsten würde nach Unterkünften in Zons und Stürzelberg gesucht. "Wir wollen eine sozialverträgliche und auch möglichst gerechte Verteilung der Einrichtungen", erklärte Bürgermeister Lierenfeld und stellte eine Liste mit prozentual auf die Einwohner der Stadtteile heruntergebrochenem Anteil an Asylbewerbern vor, wenn der Wahler Berg und die anderen Unterkünfte kommen: St. Peter/Stürzelberg/Zons 5,0 Prozent, Dormagen-Mitte/Rheinfeld 4,2, Horrem 0,8 (dort sollen noch Wohnungen folgen), Hackenbroich/Hackhausen 2,7, Delhoven/Knechtsteden 3,3, Straberg 3,1, Gohr/Broich 3,6, Nievenheim/Ückerath/Delrath 4,8.

Neben Familien und Einzelpersonen rechnet die Verwaltung bald auch mit 22 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Diese werden in einem Hotel in der Innenstadt untergebracht und durch Sozialarbeiter besonders betreut.

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Quelle: NGZ
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