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Dormagen
Flüchtlinge: Stadt braucht Konzept

Dormagen: Flüchtlinge: Stadt braucht Konzept
Das Flüchtlingsthema bewegt die Menschen. Die FDP fordert die Verwaltung auf, in dieser Frage eine Strategie vorzulegen. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. FDP sieht Auswirkungen bei Finanzen, Wohnraum, Kitas oder Arbeitsmarkt.

Die Stadt rechnet damit, dass bis Mitte kommenden Jahres 1500 Flüchtlinge Zuflucht in Dormagen suchen könnten. Angesichts eines solchen Szenarios fordert die FDP der Rathausverwaltung "ein Konzept, eine Strategie, wie wir mit dem Flüchtlingsthema umgehen können", sagt Fraktionsvorsitzender Karlheinz Meyer. "Es gibt viele offene Fragen und ich erwarte Antworten zu bekommen". Vor allem zu Finanzfragen. Die FDP hat daher eine Anfrage an die Verwaltung gerichtet, in der sie konkrete Kostenangaben einfordert: "Welche Kosten sind der Stadt bezüglich der Flüchtlingsfrage bisher in 2015 entstanden? Welche Kostenerstattung erwartet die Stadt vom Land oder anderen Quellen für 2015? Welche finanziellen Mittel sind im Haushaltsentwurf 2016 in Bezug auf die Flüchtlingsfrage eingestellt worden?" Bis zum 29. Oktober erwartet die FDP eine Antwort aus dem Rathaus. "Besser noch hätten wir gerne in der nächsten Sitzung des Hauptausschusses am 27. Oktober einen Lagebericht." Die FDP hält "1500 bis 2000 Flüchtlinge" für realistisch.

Meyer sieht enormen Handlungsbedarf was den sozialen Wohnungsbau betrifft, "den wir alle vernachlässigt haben". Schon für das bald entstehende große Baugebiet Nievenheim IV müsse das eine Rolle spielen. "Wahrscheinlich müssen dort auch Mehrfamilienhäuser gebaut werden, nicht nur Ein- und Zweifamilienhäuser." Wenn die Kapazitäten jetzt erschöpft sind, was passiert dann, wenn die nächsten 200 Flüchtlinge kommen? "Wo werden sie wohnen? In Hotels?" Auch über Kapazitäten an Kitas und Schulen müsse gesprochen werden. Meyer ist sich sicher: "Wir müssen in ganz Dormagen etwas verändern."

Die FDP will auch darauf hinwirken, dass das Flüchtlingsthema als eine Chance begriffen wird, dem demografischen Wandel zu begegnen. "Auf dem Arbeitsmarkt gibt es große Nachfrage in Bereichen der Agrarwirtschaft, im Einzelhandel, insgesamt im Dienstleistungssektor, die nicht befriedigt werden kann."

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(schum)
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