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Dormagen
Flüchtlingsforum für sachliche Diskussion

Dormagen. Ehrenamtliche Helfer fordern dazu auf, sich in den Cafés Grenzenlos ein eigenes Bild zu machen.

Mit einem offenen Brief haben sich ehrenamtliche Flüchtlingshelfer des Flüchtlingsforums der Freiwilligen-Agentur Dormagen für mehr Sachlichkeit ausgesprochen. Dagmar Drossart, Chris Stoffels und Wolfgang Zaum fordern die Dormagener auf, sich in den sechs "Café Grenzenlos" selbst ein Bild von den Asylbewerbern zu machen: "Wir Ehrenamtler haben die Flüchtlinge zum ganz überwiegenden Teil als freundliche Menschen kennen gelernt, die zum Start in ein neues Leben unserer Hilfe bedürfen." Es sei "müßig zu beklagen, dass möglicherweise mehr Flüchtlinge nach Dormagen kommen, als uns allen vielleicht lieb wäre". Das seien politische Fragen, die nicht in Dormagen entschieden würden. "Deswegen die Hilfe zu verweigern, haben weder die Flüchtlinge noch unser Gemeinwesen verdient", so die Flüchtlingshelfer. "Im Übrigen hinterlässt jede noch so kleine Geste für diese Menschen in jedem von uns ein deutlich besseres Gefühl als eine kaltherzige Ablehnung", heißt es in dem Brief.

Mit großer Sorge haben die Helfer spätestens seit den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln einen Wandel in der Haltung gegenüber Flüchtlingen ausgemacht: "Zwar ist die Hilfsbereitschaft weiter Teile der Bürgerschaft ungebrochen, doch die Anzahl der Bedenkenträger gegen den Bau neuer Unterkünfte und die Aufnahme weiterer Flüchtlinge ist deutlich gestiegen." Die lauten Stellungnahmen seien nicht immer sachlich. Sich kritisch über Bauvorhaben zu äußern, sei das gute Recht eines jeden Bürgers, so die Ehrenamtler. Das sollte aber in eine offene, sachliche Diskussion münden. Die Stadt habe keine Wahl und müsse neue Unterbringungsmöglichkeiten schaffen, wobei sie auf die Solidarität der Bürger zählen müsse. "Dass sich einige bei ihrer Ablehnung allzu offensichtlich auf das St.-Florian-Prinzip (grundsätzlich ja, aber nicht vor meiner Haustür) beziehen, ist ein Anzeichen dafür, dass immer weniger Bürger bereit sind, Verantwortung für das Gemeinwesen und dessen Aufgaben zu übernehmen", so die Flüchtlingshelfer.

(cw-)
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