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Dormagen
Flüchtlingsunterkünfte unter der Lupe

Dormagen: Flüchtlingsunterkünfte unter der Lupe
FOTO: Berns, Lothar (lber)
Dormagen. Mit den sichtbaren Arbeiten und den ersten Bauteilen für die neuen temporären Flüchtlingsunterkünfte rückt ihr Aussehen in den Blickpunkt. Kämmerin Gaspers weist auf drei verschiedene Arten der Bauten im Stadtgebiet hin. Von Carina Wernig

Nach den Bodenarbeiten nehmen nun auch die Wohn- und Schulungsräume für das "Welcome Center" an der Kieler Straße im Gewerbegebiet "Top West" Formen an. Dort soll nach Lieferverzögerungen nun in den nächsten Wochen die Unterkunft für bis zu 150 Flüchtlinge fertiggestellt werden, in der alle neu nach Dormagen zugewiesenen Flüchtlinge aufgenommen und mit Sprache, Regeln und Werten in Kontakt kommen sollen. "Ich hoffe, dass wir im Juni die ersten Unterkünfte eröffnen können", sagt Kämmerin Tanja Gaspers.

Das "Welcome Center" ist einer der beiden zuerst umgesetzten Standorte der fünf neuen temporären Unterkünfte. Auch am Rudolf-Harbig-Weg am Horremer Sportplatz sind die Arbeiten weit fortgeschritten. Ein weiterer Standort ist an der Marie-Schlei-Straße in Nievenheim. Für drei bis sechs Jahre sollen dort Flüchtlingsfamilien und Alleinstehende unterkommen. Anschließend sollen die Bauten abmontiert und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Die nun zu sehenden Bauelemente werden genau unter die Lupe genommen. So formuliert Ralf Stodieck in einer Pressemitteilung der IG Nievenheim: "Auch scheinen die Unterkunftsmodule nicht von der Art und Qualität zu sein, wie sie bei den zahlreichen Bürgerversammlungen so anschaulich bebildert vorgeführt wurden." Dem widerspricht Gaspers: "Wir befinden uns mitten in der Bauphase, da ist es zu früh für eine Beurteilung." So würden einige Elemente noch verkleidet, auch die Umgebung solle gestaltet werden. "Die Raum-Module mit flexiblen Grundrissen erlauben uns an der Kieler Straße, Familien in größeren Einheiten unterzubringen", erklärt die Kämmerin. Es gebe in Dormagen drei Varianten: Holzrahmen-Module an der Kieler Straße, einen Blockholz-Bau in Delhoven und in Rheinfeld einen Holz-Rahmenbau, dessen Fassade verputzt werde. Der massivste Bau entstehe mit 20 Mal 30 Metern am Rudolf-Harbig-Weg.

Hintergrund: Flüchtlinge in Turnhallen

Es musste schnell gehen Ende des Jahres, als mit 25 neuen Flüchtlingen pro Woche ein ständiger Zustrom prognostiziert wurde. "Daher hatten wir bei der freihändigen Vergabe, die europaweit bekannt gemacht wurde, eine kurze Frist gesetzt, worauf im ersten Fall nur zwei Angebote eingingen", erläutert Gaspers. Es sei um eine Mischung aus Qualität, Verfügbarkeit, günstigster Variante und Anforderungen an Brand-, Lärmschutz und Energie-Effizienz gegangen. Mit dem Wissen um stagnierende Flüchtlingszahlen "hätten wir das mit mehr Langmut vorbereiten können". Seit Ende Januar hat es keine neuen Zuweisungen für Dormagen gegeben. Der Stadt sind mit den 350 Plätzen in den jetzt aufgegebenen Landes-Notunterkünften rund 1100 Flüchtlinge zugewiesen.

Der bevorzugte Weg der Unterbringung sind angemietete Wohnungen und dauerhafte Unterkünfte. Steigt der Bedarf stark an, muss über weitere temporäre Bauten diskutiert werden, worauf Bürgermeister Erik Lierenfeld in seiner persönlichen Erklärung im Rat, in dem eine Forcierung dauerhafter Bauten beschlossen wurde, hingewiesen hat: "Ich sehe es so, dass mit den heutigen Beschlüssen keine Änderung für die Verwaltungsarbeit erfolgt, daher halte ich sie für obsolet."

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai
Quelle: NGZ
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