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Dormagen
Förderverein: Stellenstreichung kann Stadtbibliothek gefährden

Dormagen. Die Forderung der Zentrumsfraktion, in der Stadtbibliothek mindest fünf Stellen streichen zu wollen, hat für Aufregung nicht nur in der Einrichtung, sondern auch beim Förderverein gesorgt. Der reagiert "mit Verwunderung und Befremden" auf diese Aussage. "Um es überspitzt zu sagen, dann könnte man die Stadtbibliothek auch gleich schließen", sagt Robert Küppers, Vorsitzender des Fördervereins. Er hat keinerlei Verständnis für solche Zahlenspielerei, die er zudem als inhaltlich falsch bezeichnet. "Fakt ist, dass in der Stadtbibliothek nicht 14,5 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angestellt sind, sondern lediglich 9,8." Das Zentrum hatte nach ihrer Haushaltsberatung davon gesprochen, dass die Personalkosten von 600.000 Euro zu hoch seien und dass sich bei einem Wegfall von mindestens fünf Stellen rund 220.000 Euro einsparen ließen. Küppers: "Dieser Forderung widersprechen wir vehement."

"Dass Kultur und Bildung Geld kosten und sich der Erfolg nicht direkt in Euro widerspiegelt, sollte auch den Politikern der Zentrumsfraktion bekannt sein", ärgert sich Küppers. "Die Stadtbibliothek zählt unbestritten zu den weichen Standortfaktoren der Kommune und ist eine seit 50 Jahren nicht wegzudenkende, anerkannte und von vielen Bürgern unserer Stadt genutzte Bildungseinrichtung. Eine solche Forderung des Zentrums sorge schon für erhebliche und nachvollziehbare Unruhe bei den Angestellten. Der Fördervereinsvorsitzende sagt, dass die vom Zentrum genannten Zahlen "bar jeglicher Realität sind und somit auch die Bürger letztlich nur täuschen". Fakt sei, dass in der Stadtbibliothek nicht 14,5 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angestellt sind, sondern lediglich 9,8. Von den 14 (nicht 14,5!) Stellen, die im Stellenplan der Stadtbibliothek stehen, sind zwei Stellen für Auszubildende enthalten und drei Vollzeitstellen. Alle übrigen Mitarbeiterinnen arbeiten Teilzeit, so dass man bei einer Umrechnung auf volle Stellenanteile von 9,18 und nicht auf 14,5 kommt.

Neben Kitas, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen wie VHS, sind in den vergangenen Jahren noch Flüchtlinge und andere Menschen mit Migrationshintergrund gekommen, welche die Stadtbibliothek zum Deutschlernen, als Aufenthaltsort oder Treffpunkt nutzen. Küppers: "Allein deshalb benötigt die Stadtbibliothek eigentlich noch mehr Personal."

(schum)
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